Skip to main content
Datenskandal

Zuckerberg trifft EU-Parlament hinter verschlossenen Türen

Marc Zuckerberg: Sagte am 11. April im US-Kongress aus. In Brüssel gibt es nur ein privates Treffen. Quelle: Keystone .
Der Facebook-Chef stellt sich im Cambridge-Analytica-Skandal den Fragen des Europäischen Parlaments. Allerdings nicht öffentlich.
von am

Vor Wochen forderten die EU-Abgeordneten Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf, zum Datenskandal um Cambridge Analytica vor dem Europäischen Parlament auszusagen. Nun hat er sich bereit erklärt, die Abgeordneten in Brüssel zu treffen, um die Verwendung der persönlichen Daten von Millionen von europäischen Nutzern nach dem Cambridge Analytica-Skandal zu erklären.

Die Öffentlichkeit wird allerdings von dem Treffen ausgeschlossen, wie Parlamentspräsident Antonio Tajani gestern verkündete. Die Mehrheit der Fraktionschefs war damit auf die Forderung Zuckerbergs eingegangen. Doch die Entscheidung ist umstritten: Die EU-Abgeordneten hatten gefordert, Zuckerberg solle vor dem Europäischen Parlament genauso aussagen wie vor dem US-Kongress.

Einige EU-Abgeordnete wollen das private Treffen boykottieren. «Schade, dass die Anhörung nicht öffentlich ist. In der EU gibt es mehr Facebook-Nutzer als in den USA, und die Europäer verdienen es zu wissen, wie ihre Daten verarbeitet werden», bedauert auch EU-Verbraucherkommissarin Vera Jourova in einem Tweet.

Tech-Gipfel in Paris

Das Treffen könnte bereits in der kommenden Woche stattfinden, wenn Zuckerberg ohnehin in Europa weilt. Am 23. Mail wird er nämlich an einem Technologie-Gipfel mit Präsident Emmanuel Macron in Paris teilnehmen. Zu dem Treffen mit dem Titel «Tech for Good» hatte der Elysée-Palast auch die Chefs und Vertreter von Microsoft, Intel, IBM, SAP, Thales, Uber und den Stiftungen von Wikimedia und Mozilla eingeladen.

Zuckerbergs Europa-Besuch erfolgt damit nur wenige Tage vor Inkrafttreten der Europäischen Datenschutzverordnung (DGPR) am 25. Mai, die unter anderem die US-Internetkonzerne verpflichtet, ihre Nutzungsbedingungen für europäische Nutzer anzupassen.

(mlo)