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Invest

Warum US-Immoaktien nun ein Kauf sind

Immobilien in den USA: Die Preise steigen. Immo-Aktien bieten Chancen. Quelle: Keystone
In den USA gibt es zu wenig Eigenheime. Folge: Immoaktien versprechen gute Dividenden.
von am

Make America great again – die Worte von US-Präsident Donald Trump schallen in den Ohren und wurden oft zitiert. Und wie es scheint, könnte Amerika tatsächlich erneut ganz gross werden – wenn es an der Grösse der Staaten nicht ohnehin bei vielen überhaupt keine Zweifel geben würde.

So oder so: Trump hat die Unternehmenssteuern massiv um rund ein Viertel gesenkt und damit die USA als Standort schon einmal im internationalen Wettbewerb als attraktiven Steuerstandort wieder ganz weit nach vorne geschoben. Dann die US-Börse: Nach einer flauen Seitwärtsbewegung über fast zwei Jahre, ging es mit dem globalen Leitindex Dow Jones seit der Wahl von Trump im November 2016 steil nach oben – die Kurse an der Wallstreet bringen seit Ende 2016 ein Plus von rund 30 Prozent. Zum Vergleich: SMI oder EuroStoxx 50 liefern seither kaum mehr als 10 Prozent Gewinn.

Die Arbeitslosenquote fällt, das Wirtschaftswachstum hat sich beschleunigt…

Immerhin: Die Arbeitslosigkeit in den Staaten geht zurück und lag Ende 2017 mit 4,4 Prozent rund 10 Prozentpunkte unter dem Wert von Ende 2016. Und Ende 2018 soll die Quote sogar auf unter 4 Prozent fallen. Auch das Wirtschaftswachstum hat sich verbessert. Nach einem für US-Verhältnisse eher flauen Anstiegs des Bruttoinlandsprodukts in den Staaten in 2016 um nur 1,5 Prozent, gab es im vergangenen Jahr ein Plus von 2,3 Prozent. Für dieses Jahr rechnen Ökonomen mit einem Anstieg von 2,9 Prozent. Das wäre in etwa das, wo Präsident Trumps Wachstumsziele liegen. Denn die Marke von 3 Prozent will er schaffen.

Nach oben geht es auch mit den Immobilienpreisen. Seit der Wahl von Donald Trump legen etwa die Preise für Einfamilienhäuser in den USA mit beschleunigter Rate zu. Gingen die Preise für Häuser in den letzten Amtsjahren von Trumps-Vorgänger Barack Obama monatlich um 0,4 bis 0,6 Prozent nach oben, so steigen sie seit etwa Ende 2016 um 0,5 bis 0,8 Prozent pro Monat. Und obwohl es im März nur einen kleinen Anstieg um 0,1 Prozent gab, stiegen die Hauspreise im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum laut S&P CoreLogic Case Shiller Home Price Indices um 6,3 Prozent.

… und die Hauspreise steigen auf breiter Front

Dabei gab es in allen US-Bundesstaaten Zuwächse. Mit einem Jahresplus von 13,7 Prozent lag übrigens der Bundesstaat Nevada an der Spitze, gefolgt von Washington mit 13,1 Prozent Preisanstieg, Idaho mit einem Plus von 11,1 Prozent sowie Colorado mit rund 10,0 Prozent. Unter den Städten lagen Los Angeles, San Francisco, Las Vegas und Seattle mit Preissteigerungen zwischen 7,5 und 12,7 Prozent auf Jahressicht ganz vorne. Laut Index stiegen übrigens die Hauspreise in den beiden grossen Metropolen New York und Chicago um 5,4 und 2,6 Prozent.

Ein Grund für den Preisanstieg hat allerdings weniger mit Donald Trump und möglichen Erfolgen seiner Strategie zu tun, als mit dem Kaufverhalten der US-Bürger. Nach einer Studie von BNP Paribas gibt es ein Defizit an Häusern – und damit steigende Preise. Grund ist die seit längerem zu geringe Rate beim Eigenheimbesitz wegen zu niedriger Baubeginne und das mit beständig fallender Tendenz. So ging die Quote der Menschen, die im eigenen Einfamilienhaus leben seit 1990 von rund 60,5 auf inzwischen 57,5 Prozent zurück.

Vor allem jüngere Menschen setzen seltener auf das Eigenheim

Insbesondere jüngere Menschen scheinen das Eigenheim seit längerem weniger zu schätzen. Laut BNP fiel die Quote der Immobilienbesitzer bei den unter 35-Jährigen in den letzten 10 Jahren von rund 45 Prozent auf unter 40 Prozent und auch bei den 35 bis 44-Jährigen gab es einen Rückgang von etwa 70 auf inzwischen weniger als 60 Prozent.

Aber obwohl die Preise für Einfamilienhäuser steigen und die Wirtschaft in den Staaten brummt, zeigen die Charts vieler Immoaktien nach unten. Das ist gut für Anleger. Denn durch den Kursverfall vieler Immotitel teils um mehr als 20 Prozent in den letzten beiden Jahren haben sich die Dividendenrenditen in dem Sektor deutlich erhöht. Die durchschnittliche Dividendenrendite liegt bei etwa 4,0 Prozent.

Hohe Dividenden bei Immoaktien

Bei einigen Firmen ist sogar deutlich mehr drin. Franklin Street Properties (ISIN: US35471R1068) brachte es zuletzt auf 4,6 Prozent Dividendenrendite, Apple Hospitality (ISIN: US03784Y2000) kommen auf 6,3 Prozent und bei Anworth Mortgage (ISIN: US0373471012) können Anleger sogar 12 Prozent Dividende abholen. Betrachtet man die Dividendenhistorie des Unternehmens, so scheinen auch künftig ähnlich hohe Zahlungen wahrscheinlich. Denn in den letzten 10 Jahren seit 2008 gab es bei Anworth Jahr für Jahr Dividenden von zumindest 0.50 Dollar für die Aktie. Der Kurs steht aktuell bei 4.99 Dollar.