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Datenskandal

Auch Australien fordert Antworten von Zuckerberg

Mark Zuckerberg in Paris: Der Facebook-Chef musste wegen des Datenskandals Red und Antwort stehen. Quelle: Keystone Images
Vor US- und EU-Politikern musste Zuckerberg zum Datenskandal Stellung nehmen. Das soll der Facebook-Chef auch in Australien tun.
von am

Vor dem Hintergrund der Debatte um die Datensicherheit der Facebook-Nutzer fordert die australische Regierung Antworten von Unternehmenschef Mark Zuckerberg. Premierminister Malcolm Turnbull sagte am Donnerstag in Brisbane, er wolle Zuckerberg sehr gern im australischen Parlament sehen. «Ich würde es begrüssen, wenn Facebook vor unseren Ausschüssen aussagt», erklärte Turnbull. «Natürlich würden wir sehr gern auch den Boss sehen».

Es gebe eine Reihe von Bedenken hinsichtlich des Online-Netzwerks, sagte der australische Regierungschef, nachdem erst kürzlich bekannt geworden war, dass Facebook auch dem chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei Zugriff auf die Daten seiner Nutzer gewährt hat. Soziale Netzwerke bestimmten mittlerweile das Leben der Menschen und die Nutzer hätten ein Recht darauf zu erfahren, was mit ihren Daten geschehe, sagte Turnbull.

Skandal um Cambridge Analytica

Facebook steht bereits seit Monaten wegen seines Umgangs mit persönlichen Daten unter massivem Druck. Dabei ging es bisher um Informationen über 87 Millionen Nutzer, die bei der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica gelandet waren. Die Daten sollen dann unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein. Zuckerberg sagte deswegen bereits im US-Kongress und bei der EU aus.

Der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienst- und Sicherheitsausschusses im australischen Parlament, Anthony Byrne, sagte, Zuckerberg müsse nun den 15 Millionen Nutzern in Australien erklären, warum Facebook Daten mit chinesischen Firmen teile. Es sei «vollkommen inakzeptabel», dass auf diese Weise Daten an Huawei gelangt seien, sagte er der Zeitung «The Australian». Zuckerberg müsse erklären, wie das habe passieren können.

Zusammenarbeit mit Huawei

Facebook hatte am Mittwoch erklärt, wie andere US-Technologieunternehmen mit Huawei und weiteren chinesischen Herstellern zusammengearbeitet zu haben, um Facebook mit deren Mobiltelefonen kompatibel zu machen. Huawei versicherte daraufhin, das Unternehmen habe «niemals irgendwelche Facebook-Nutzerdaten gesammelt oder gespeichert».

(sda/mbü)