Skip to main content
Auslandsinvestitionen

Schweiz investiert in Europa mehr als je zuvor

Direktinvestitionen: Der Schweizer Standort ist weniger attraktiv für ausländische Investoren. Quelle: Keystone .
So viel wie 2017 investierten Schweizer Firmen noch nie im europäischen Ausland. Umgekehrt investieren weniger Ausländer in der Schweiz.
von am

Im vergangenen Jahr stiegen die Investitionen von Schweizer Unternehmen in Europa um 10 Prozent. Das ist vor allem dem starken Schweizer Franken zu verdanken. Gleichzeitig sank aber die Zahl der Direktinvestitionen ausländischer Firmen hierzulande um 19 Prozent.

Die meisten Schweizer Firmen investierten in Deutschland und Frankreich. Umgekehrt gehören Unternehmen aus den USA und Grossbritannien zu den grössten Investoren in der Schweizer, wie eine Studie des Beratungsunternehmens EY zeigt.

«Diese jüngste Untersuchung unterstreicht die Bedeutung von Deutschland als wichtigstem Handelspartner der Schweiz», sagt Stefan Rösch-Rütsche, Partner und Leiter Transaction Advisory Services von EY in der Schweiz. «Die Zahlen reflektieren aber auch die Bedeutung von ganz Europa als Wirtschaftspartner: Inzwischen ist die Schweiz der sechstgrösste Investor in Europa, nach den USA, Deutschland, Grossbritannien, China und Japan».

Grossbritannien bleibt Nr. 1 bei Investoren

Insgesamt hat EY Direktinvestitionen in 50 Ländern untersucht. Im vergangengen Jahr legte die Zahl der Investitionsprojekte ausländischer Firmen um sechs Prozent auf 1205 zu. In Europa hingegen verlangsamte sich das Investitionswachstum 2017 gegenüber dem Vorjahr. Auffällig ist der Trend in Grossbritannien trotz des bevorstehenden Brexit, wo am meisten investiert wurde. Dabei sollen gut 50'000 Stellen geschaffen werden.

Auf Platz zwei folgt Deutschland mit dem Rekordwert von 1124 Projekten, was ebenfalls einer Zunahme um sechs Prozent entspreche. Hier wurden gut 31'000 neue Jobs in Aussicht gestellt.

Hauptgrund für das starke Abschneiden Grossbritanniens ist den Angaben zufolge das nochmals gestiegene Engagement von US-Unternehmen. Sie erhöhten ihre Investitionen um 16 Prozent auf 334 Projekte. Für Unternehmen aus anderen Teilen der Welt sei hingegen Deutschland der Top-Standort in Europa.

In einer weltweiten Befragung von 505 Unternehmen internationaler Konzerne nannten 66 Prozent Deutschland als einen von drei Top-Investitionsstandorte in Europa. Dahinter folgen Frankreich mit 56 Prozent der Nennungen und Grossbritannien mit 52 Prozent.

Zugang zum europäischen Binnenmarkt

«Das grosse Vertrauen, das gerade amerikanische Unternehmen in den Standort Grossbritannien setzen, ist bemerkenswert», sagte Hubert Barth, Vorsitzender der EY-Geschäftsführung in Deutschland. «Offenbar setzen viele Unternehmen trotz der schwierigen Brexit-Verhandlungen auf eine Einigung, die Unternehmen aus Grossbritannien auch künftig einen Zugang zum europäischen Binnenmarkt ermöglicht - denn Europa dürfte langfristig der mit Abstand wichtigste Handelspartner Grossbritanniens bleiben.»

(mlo, mit Material von sda)