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Emerging Markets

Schwellenländeraktien: attraktiv – aber mit Risiko

Durch die Ernennung von Südafrikas neuem Präsident Cyril Ramaphosa fasst das Land neues Vertrauen in ihre Wirtschaft.
Schwellenländeraktien sind mit Vorsicht zu geniessen. Zu viel Sorglosigkeit an den Finanzmärkten kann Gefahren wecken.
von am

Viele Qualitätsunternehmen in Asien erscheinen weiterhin überbewertet. In Südafrika haben sich hingegen in letzter Zeit bedeutende Veränderungen abgespielt. Die noch junge Mittelschicht des Landes fordert ein härteres Vorgehen gegen die Korruption und einen höheren Lebensstandard. Nach der Ernennung von Cyril Ramaphosa zum Präsidenten fasst Südafrikas Wirtschaft neues Vertrauen, und die privaten Investitionen dürften sich nach einer langen Phase der Stagnation wieder erholen. Diese Entwicklungen sind positiv zu bewerten. Für Südafrika bieten sich langfristig denkenden Anlegern viele attraktive Chancen. 

Chinesische Unternehmen sollten ein nachhaltiges Wachstum anstreben

Die verwalteten Portfolios sind aktuell nur begrenzt in chinesischen Aktien engagiert. Grund dafür ist die grosse Zahl von Staatsbetrieben an Chinas Börse, bei denen sich die Frage stellt, ob ihre Interessen mit denen der Minderheitsaktionäre übereinstimmen. Da die Regierung dem Abbau von Schulden hohe Priorität beimisst, besteht auch ein erhebliches Risiko, dass grosse chinesische Unternehmen mit guter Kapitalausstattung dazu angehalten werden, «dem Staat zu dienen» statt sich auf nachhaltiges Wachstum zu konzentrieren und ihre Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen.

In den letzten zwölf Monaten wurde zudem über einige fragliche Kapitalallokationsentscheidungen führender chinesischer Internetunternehmen berichtet. Für langfristige Anleger, die positive absolute Renditen anstreben, waren die Möglichkeiten in China in der Vergangenheit begrenzt. Das Emerging Market Team führt allerdings eine Beobachtungsliste mit interessanten Unternehmen, die am chinesischen Markt für A-Aktien gelistet sind. Auf Grund der aktuell hohen Bewertungen wurde bislang aber noch nicht investiert. 

Gefahr eines übertriebenen Optimismus

In den vergangenen zwölf Monaten war das Interesse an Risikoanlagen allgemein sehr gross und richtete sich auch auf Schwellenländeraktien. In die Kurse etlicher konjunkturempfindlicherer Aktien weniger solider Unternehmen sind offenbar eine längerfristige Fortdauer der guten Wirtschaftslage und günstiger geldpolitischer Rahmenbedingungen eingepreist.

Es besteht jedoch die Gefahr eines übertriebenen Optimismus und einer gewissen Sorglosigkeit an den Finanzmärkten. Es erscheint deshalb wichtig, auch künftig keine Kompromisse bei der Qualität zu machen, einen langfristigen Ansatz zu verfolgen und an strikten Bewertungskriterien festzuhalten. 
Ungeachtet dessen kann man davon ausgehen, dass sich Aktienanlegern auf lange Sicht weiterhin positive Perspektiven in den Schwellenländern bieten. Grund dafür ist vor allem die Möglichkeit, von einem starken strukturellen Trend zu profitieren: dem steigenden Lebensstandard in einigen dieser Länder.

Glen Finegan ist Head of Global Emerging Markets Equities bei Janus Henderson Investors