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Fleisch

Schweizer Fleischexporteur kann Chance in China nicht nutzen

Schwein: In der Schweiz verschmähte Stücke sollen nach China verkauft werden. Quelle: Scott Olson / Getty Images
China bekommt wegen des Handelsstreits Hunger auf europäisches Schweinefleisch. Der grösste Schweizer Exporteur verpasst diese Chance.
von am

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China spitzt sich zu. Beide Länder haben neue Zölle auf Waren aus dem jeweils anderen Land eingeführt. China versucht unter anderem die US-Fleischindustrie zu schwächen. Hart trifft es vor allem die Schweinezüchter: Auf US-Schweinefleisch gelten laut «Reuters» mittlerweile Abgaben von über 70 Prozent.

Durch die Strafmassnahme verliert die US-Fleischindustrie einen wichtigen Markt – im letzten Jahr verkaufte sie Schweinefleisch im Wert von rund einer halben Milliarde Dollar nach China. Statt US-Pork dürfte China jetzt mehr Schweinefleisch aus anderen Ländern beziehen. Damit bietet sich eine Chance für Schweizer Hersteller. Dank des neuen Freihandelsabkommens der Schweiz mit China haben sie gute Voraussetzungen für Ausfuhren in die Volksrepublik.

Schwein: Letztes Jahr beliefen sich die US-Schweinefleisch-Exporte nach China auf 489 Millionen Dollar. Quelle: Scott Olson/Getty Images

Doch ausgerechnet jetzt bleibt dem wichtigsten Exportbetrieb der Schweizer Fleischhersteller die Ausfuhr nach China verwehrt. Es geht um die neue Fabrik der Swiss Nutrivalor, einer Tochterfirma der Centravo-Gruppe. Seit letzten Sommer betreibt sie eine 20 Millionen Franken teure Anlage in Oensingen für den Fleischexport. Sie verarbeitet dort Fleischteile, die hierzulande kaum gefragt sind, für den Verkauf im Ausland.

Die Investition erfolgte auch mit Blick auf China: Die Volksrepublik ist der wichtigste Absatzmarkt für in der Schweiz eher verschmähte Fleischstücke. Schweineohren oder -füsse beispielsweise werden in der Schweiz kaum mehr gegessen – in China gelten sie als Delikatesse.

Fleischhändlerin in China: Schweinefleisch landet in China häufig auf dem Teller. Quelle: Getty/MCT

Für den Export von Lebensmitteln nach China gelten strenge Regeln. Die chinesischen Behörden überprüfen die ganze Lieferkette. Auch in Oensingen führten chinesische Experten Kontrollen durch – zuletzt im letzten Herbst. Mittlerweile hätte die Bewilligung eintreffen sollen, doch noch immer wartet Nutrivalor auf grünes Licht aus Peking. Die Verzögerung sieht Centravo-Sprecher Georg Herriger aber gelassen. «Wir denken strategisch. Langfristig wird China für Swiss Nutrivalor eine grosse Rolle spielen.»