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Crypto Valley Zug

Den Mut nicht verlieren

Vaduz mit Blick in die Schweiz: Neue Regeln für Blockchain-Projekte. Quelle: Getty Images
Liechtenstein öffnet sich Blockchain-Tech. Die Schweiz sollte nun nicht nachlassen.
von am

Die Schweiz hatte enormes Glück, aus dem Nichts heraus so früh auf der internationalen Standortkarte der Kryptowelt zu erscheinen. Dutzende von Firmen und Projekten siedelten sich hierzulande an und gaben so Anwaltskanzleien, dem Fintech-Sektor und auch Universitäten einen Boost. Stiftungen und Headquarters schossen aus dem Boden. Forscher kamen in die Schweiz. Es war eine Freude.

Inzwischen ist die Konkurrenz erwacht. Singapur, Malta, zuletzt Liechtenstein, aber auch die USA bemühen sich nun sehr, sich ein Stück des Kuchens zu sichern. Mit jedem Monat unzimperlicher. Vorwürfe, wonach die Schweiz nur dank lascher Regulation und Steuerdumping erfolgreich werden konnte, ertönen öfter. Die Finma reagierte diesen Frühling mit neuen Regeln. Im Kern behandelt sie nun die meisten neuen Coins und Token der Startups als Effekten, als Wertpapiere. Damit steht die Behörde auf sicherem Grund. Das Wertschriftengeschäft kennt man, es hat eine lange Tradition – und die USA gehen einen ähnlichen Weg.

Fördern, wo es geht

Auf der Strecke bleiben möglicherweise Innovationen, die heute erst in Umrissen zu erkennen sind. Neue öffentliche Blockchains aus der Schweiz heraus zu lancieren, ist inzwischen schwierig geworden. Und neue Konzepte, wonach Token gar nicht mehr von einem Emittenten herausgegeben werden, sondern von einem Programm, werden noch gar nicht diskutiert. Die Schweiz täte gut daran, nicht allzu schnell alle Schoten dichtzumachen. Sturmfest zu sein, ist zwar wünschenswert, aber ebenso, die Startup- und Experimentierkultur zu fördern, wo es nur geht.

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