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Populismus

«Mussolini-Propaganda»: Salvini empört mit Zitat

Matteo Salvini: Italiens Fettnäpfchenminister. Quelle: Antonio Masiello/Getty Images
Der italienische Vize-Premier Matteo Salvini bedient sich offen der Mussolini-Rhetorik. Dafür erntet er Kritik von der Opposition.
von am

Italiens rechtspopulistischer Innenminister und Vize-Premier Matteo Salvini hat mit neuen Äusserungen Empörung ausgelöst. Auf Twitter schrieb er am Sonntag über seine Kritiker «Tanti nemici, tanto onore», was so viel heisst wie «Viel Feind, viel Ehr».

Oppositionspolitiker erinnerten daran, dass Salvini sich damit beim faschistischen Diktator Benito Mussolini (1883-1945) bedient habe. «Wer auf die Verfassung geschworen hat, die aus dem Kampf gegen den Faschismus geboren ist, darf sich nicht erlauben, Mussolini zu würdigen», erklärte der Präsident der Sozialdemokraten, Matteo Orfini. Salvini solle sich entschuldigen oder den Ministerposten räumen. Salvini wolle mit dem Zitat aus der «Propaganda-Rhetorik Mussolinis» ein «klares Signal an die extreme Rechte senden», erklärte der Fraktionschef der Linkspartei Liberi e Uguali, Federico Fornaro.

Das Zitat fiel ausgerechnet mit Mussolinis Geburtstag am 29. Juli zusammen. Mussolini wird in Italien vielerorts noch offen verehrt. «Molti nemici, tanto onore» steht zum Beispiel auf den Böden der faschistischen Bauten des Foro Italico in Rom, wo auch «Duce Duce» eingelassen ist.

Zuvor hatte der Chef der rechtspopulistischen Lega Rassismus als eine «Erfindung der Linken» bezeichnet. Der «einzige wahre Alarm» in Italien seien die Straftaten, die Migranten begehen würden.

(sda/ise)