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Value-Wert

Deutsche Post – hohe nachhaltige Dividenden

Deutsche Post geht die Probleme im heimischen Post- und Paketgeschäft konsequent an. Quelle: Keystone
Die Deutsche Post löst sich nun von ihren Tiefs. Steigende Gewinne und höhere Dividenden versprechen deutliches Kurspotential.
von am

Die Gewinnwarnung Anfang Juni löste eine Verkaufswelle aus. Innerhalb von wenigen Wochen fiel die Aktie von Deutsche Post um mehr als 15 Prozent. Offensichtlich hatte das DAX-Mitglied in den letzten Jahren etwas Speck angesetzt und darunter leidet die Effizienz und die Kosten wurden zu hoch. Und so kündigte Firmenchef Frank Appel vor zwei Monaten ein Sparprogramm im Volumen von 650 Millionen Euro an.

Im Zusammenhang damit kappte der Manager die Gewinnprognose. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern beim Post- und Logistikriesen aus Bonn soll in diesem Jahr von 3,7 auf 3,2 Milliarden Euro fallen. Das Ergebnis je Aktie dürfte dadurch von 2,24 auf etwa 1,90 Euro je Anteil schrumpfen.

War diese Warnung enttäuschend für Börsianer, so atmen Anleger nun doch langsam wieder auf. Seit Vorlage der Halbjahreszahlen Anfang August konnte sich die Aktie schon wieder etwas vom Prognose-Schock erholen.

Denn die Zahlen zeigen: Deutsche Post geht die Probleme im heimischen Post- und Paketgeschäft konsequent an. So wird die Zahl der noch beamteten Mitarbeiter aus der Zeit als reiner Staatskonzern mittels Vorruhestand zurückgefahren und es wird an der Produktivität gearbeitet. Zudem läuft das Geschäft bei der Logistiktochter DHL rund und im September will die zuständige Behörde über den möglichen Spielraum der Deutschen Post bei der Anhebung der Portogebühren für Briefe in 2019 Klartext reden. Das Porto für den Standardbrief könnte Experten zufolge im nächsten Jahr um knapp 15 Prozent zulegen und das dürfte dem DAX-Konzern steigende Margen bringen.

In den kommenden zwei Jahren soll der Gewinn kräftig steigen
Kein Wunder, dass Firmenchef Appel zuversichtlich nach vorne blickt. Nach der Gewinndelle in diesem Jahr soll das Ergebnis 2019 wieder nach oben gehen und in 2020 soll der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern bei etwa 5,0 Milliarden Euro liegen. Da wäre ein Ergebnis von geschätzt etwa 3,0 Euro je Aktie drin.

Mit einem 10er-KGV wäre Deutsche Post dann deutlich günstiger als andere Player der Branche wie etwa UPS und obendrein gibt es hohe nachhaltige und zudem beständig steigende Dividenden. Für 2018 scheinen 1,15 Euro je Aktie – Rendite 3,7 Prozent – möglich und bei höherem Gewinn in 2020 könnten es schon 1,50 Euro je Anteil sein. Mit einer Dividendenrendite von 4,8 Prozent wäre die Aktie dann eindeutig zu billig und bietet schon auf Sicht von etwa zwei Jahren 30 bis 40 Prozent Kurspotential.

Deutsche Post AG

ISIN: DE 000 555 200 4

Gewinn je Aktie 2019e: 2,40 €

KGV 2019e: 13,1

Dividende/Rendite 2018e: 1,15 €/3,7%

EK je Aktie: 12,50 €

EK-Quote: 33,3%

KBV: 2,5 

Kurs/Ziel/Stopp: 31,41/39,50/21,80 €

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +18,7 Prozent ( DAX: +5,6 Prozent), 3 Jahre: +51,8 Prozent (DAX: +14,9 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +374,2 Prozent (Dax: +96,9 Prozent)