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Mode

Zara-Besitzer Amancio Ortega verliert 4 Milliarden Dollar

Modehändler Zara schwächelt – wie auch etwa H&M. Quelle: Keystone .
Morgan Stanley stuft die Aktie der Zara-Muttergesellschaft Inditex herab. Besitzer Amancio Ortega verlor dabei über 4 Milliarden Dollar.
von am

Die grossen Modehändler finden nicht aus der Krise heraus: Neben H&M schwächelt nun auch der spanische Moderiese Zara.

Das haben auch die Analysten der amerikanischen Grossbank Morgan Stanley bemerkt und die Gewinneinschätzung des Mutterhauses Inditex herabgestuft. Die Performance sei unterdurchschnittlich, schreiben die Analysten. Deshalb senkten sie das Kursziel für den Moderiesen von 26 auf 21 Euro hinab, wie das Onlineportal Marketwatch schreibt. 

Diese Einschätzung führte am Mittwoch zum Kurssturz der Aktie der Zara-Muttergesellschaft: Sie verlor 5,8 Prozent und sackte auf 26,6 Euro ab. Die Morgan Stanley-Analysten sagten, dies sei das erste Mal, dass sie die Aktie des spanischen Modegiganten unterdurchschnittlich bewertet hätte. 

Besonders zu spüren bekam den Kurssturz auch der fünftreichste Mann der Welt: Der Besitzer von Inditex, Amancio Ortega. Er velor am Mittwoch auf einen Schlag rund 4,4 Milliarden Dollar. Immerhin wird sein Vermögen auf über 60 Milliarden Dollar geschätzt. 

Wachstum schrumpft

In einem Bericht erläuterten die Morgan Stanley-Analysten schliesslich auch ihre Einschätzung: «Inditex ist immer noch ein Weltklasse-Einzelhändler, aber sein Investitionsvorhaben schwächt sich seit einigen Jahren ab». 

Inditex, zu dem neben Zara auch noch Bershka, Oysho oder Pull and Bear gehört, sei seit dem Börsengang 2001 ein «fantastischer» Langzeit-Performer. Das spanische Unternehmen ist heute in über 63 Ländern vertreten und betreibt weltweit rund 6000 Shops. Diese Expansion hat die Aktie beflügelt: Der Wert habe sich in diesem Zeitraum verzehnfacht, so die Analysten. 

Trotzdem hat sich Skepsis breit gemacht: Das Modegeschäft reift schnell und die finanzielle Performance sei zunehmend «normal». Inditex wachse jetzt nur noch ein wenig schneller als etwa der britische Konkurrent Next. Die Margen in der Modebranche seien in den letzten fünf Jahren geschrumpft, die Branche sei zudem anfällig auf Währungsschwankungen, begründen die Analysten die geringeren Erwartungen. 

Keine Besserung in Sicht

«Wir fühlen uns nicht mehr wohl dabei, den wachsenden Druck, dem das Unternehmen ausgesetzt ist, zu ignorieren», erklären die Analysten von Morgan Stanley in ihrer Neubewertung. Gemäss den neuen Prognosen gehen sie davon aus, dass Inditex in den nächsten fünf Jahren ein durchschnittliches Wachstum von nur 4 Prozent Gewinn pro Aktie erzielen wird. Damit liegt sie deutlich unter den Erwartungen des Markts. Am Donnerstag erholte sich die Aktienkurs von Inditex leicht und stieg um 1,1 Prozent auf 26,74 Euro. 

 ​​​(tdr)