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Investments

Pensionskassen investieren nachhaltiger

Nachhaltige Investments: Nicht ganz klar definiert, aber das Thema Umwelt gehört auf jeden Fall dazu. Quelle: Getty Images
Nachhaltige Anlagen stehen hoch im Kurs: In nur einem Jahr wurde fast doppelt so viel investiert. Diesem Trend folgen auch die Pensionskassen.
von am

Profianleger steckten im letzten Jahr 336 Milliarden Franken in nachhaltige Anlagen, 2016 waren es noch 176 Milliarden Franken. Viele Pensionskassen wollen vermehrt nachhaltig investieren. Allerdings sind die Vorstellungen, um was es sich dabei genau handelt, sehr unterschiedlich.

Vier von fünf der befragten Pensionskassen wollen nachhaltige Anlagen prüfen und künftig in diesem Bereich auch investieren. Das ergab eine Umfrage der Anlageberatungsfirma Complementa unter 97 Vorsorgeeinrichtungen, die gemeinsam rund 183 Milliarden Franken auf sich vereinen. Vor vier, fünf Jahren sei Nachhaltigkeit vor allem in den Stiftungen ein Thema gewesen. Inzwischen erhalte das Thema auch bei den Pensionskassen deutlich mehr Gewicht, sagte Andreas Niedermann, Co-Autor der Studie, am Dienstag vor den Medien.

Risikoeindämmung erhofft

«Das Thema wurde vor allem von aussen angeschoben», sagte Thomas Breitenmoser, Leiter Investment Consulting/Controlling bei Complementa. Nur jede zweite Pensionskasse verspricht sich denn von nachhaltigen Anlagen auch langfristig höhere Renditen. Mit 83 Prozent will eine Mehrheit vor allem eine positive Wirkung auf Gesellschaft und Umwelt erreichen.

Wie nachhaltige Anlagen im Vergleich zu klassischen Anlagen abschneiden, hängt jeweils auch von der entsprechenden Studie ab. Je nach Definition von Nachhaltigkeit und dem Untersuchungszeitraum ergeben sich unterschiedliche Ergebnisse. «Die meisten Studien zeigten jedoch einen neutralen bis positiven Effekt», sagte Breitenmoser.

Anleger erhofften sich zudem, Risiken wie Reputationsschäden, Strafzahlungen oder Regulierungen zu vermeiden. Treiber für die Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen sind daher laut Complementa das regulatorische Umfeld sowie das stark gewachsene Produktangebot.

Fehlende Standardisierung

Ein Problem ist allerdings eine fehlende einheitliche Definition. Für 75 Prozent der Befragten spricht die Beliebigkeit der Zielsetzung gegen das Investieren in nachhaltige Anlagen. Der kleinste gemeinsame Nenner sei der Ausschluss von Unternehmen, die Streumunition produzieren, sagte Breitenmoser. Grundsätzlich teilen sich nachhaltige Investitionen in die drei Dimensionen Umwelt, Gesellschaft und gute Unternehmensführung ein, wobei die Pensionskassen das Hauptaugenmerk auf die Governance legen.

Heute setzen 7 Prozent der befragten Pensionskassen nachhaltige Anlagen über das gesamte Portfolio ein, während weitere7 Prozent dies planen. Bei einzelnen Investments setzen insgesamt fast zwei Drittel auf nachhaltige Anlagen. 18 Prozent setzen auf nachhaltige Anlagen im Aktienbereich.

(awp/mlo)