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Eröffnung

Standort Zürich soll die Zukunft von Google prägen

Der Techgigant Google eröffnet in Zürich neue Büros, wo dereinst 5000 Mitarbeitende Platz finden sollen. Die Ziele von Googles Auslandshauptstadt sind ambitioniert, Experten würdigen die Erfolgsstory.
von am

Der Standort Zürich gehört für den einflussreichen Techgiganten Google schon heute zu den wichtigsten der Welt. Nun schickt sich die Limmatstadt an, den Status als heimliche Google-Hauptstadt ausserhalb der USA zu zementieren: Am heutigen Dienstag eröffnete man den neuen Standort an der Europaallee. Mit den neuen Büros bekräftige man «die Bedeutung des Standortes Schweiz als internationalen Ausgangspunkt für die digitale Transformation». 

Dereinst soll es Platz für bis zu 5000 Mitarbeitende geben, die für den Weltkonzern arbeiten. Schon heute ist Zürich der grösste Entwicklerstandort ausserhalb der USA. Seit längerem haben Anwendungen wie die Google-Suchen, der Kartendienst Maps, Youtube oder Gmail hier ein Zuhause. Dass Google überhaupt in Zürich verankert ist, ist massgeblich Urs Hölzle zu verdanken. Der Liestaler ist nach den beiden Gründern Sergej Brin und Larry Page heute der dienstälteste Mitarbeiter, seit 1999 ist der an der ETH und in Stanford ausgebildete Informatiker in Diensten des Unternehmens – und hat es massgeblich geprägt.

«Entwicklungsstandort Zürich war ein Wagnis»

«Es war ein Wagnis, 2004 den Entwicklungsstandort Zürich zu gründen. Es war das erste Entwicklungszentrum ausserhalb der USA», sagte Hölzle heute anlässlich der Eröffnung. Seinerzeit arbeiteten gerade einmal zwei Mitarbeitende im Zürcher Büro. «Ich hätte mir nicht vorstellen können, das hier einmal 2000 Mitarbeiter beschäftigt sind.» Der Schweizer selbst lebt seit fast 30 Jahren in den USA, hat aber noch immer viele Verbindungen nach Zürich und versucht, mindestens zweimal im Jahr seine Schweizer Verwandten zu besuchen – und die Entwicklung voranzutreiben.

Neben dem neuen Standort nahe des Hauptbahnhofs soll in Zürich auch ein Kompetenzzentrum für das Zukunftsthema maschinelles Lernen entstehen. Das Forschungsteam arbeitet dabei vor allem an der Spracherkennung und Wiedergabe. Die erarbeiteten Erkenntnisse fliessen in Dienste wie den Google-Assistenten, Google Photos oder Google Translate ein. Im vergangenen Jahr wurden in Zürich unter anderem die Maps-Suche mit dem ÖPNV, Besuchszeiten von Restaurants oder Museen und Offline-Karten entwickelt. «Unser Ziel ist es, den grössten und vollständigsten Atlas der Welt zu liefern», sagte Stefan Pharies am Dienstag. Die Worte des Engineering Director von Google Maps unterstreichen den Ehrgeiz des Unternehmens. Einst begann Google Maps mit dem Kauf eines Luzerner Kartendienstes, betonte er.

«Wir sind beeindruckt von Google Zürich»

Gleichzeitig treibt Google die Digitalisierung der Schweizer Wirtschaft mit verschiedenen Initiativen voran: So unterstützt der Konzern kleine und mittlere Unternehmen bei der digitalen Weiterbildung. Gemeinsam mit Switzerland Global Enterprise wurde zum Beispiel die Plattform exportdigital.ch ins Leben gerufen. Ausserdem ist Google Gründungsmitglied der Initiative Digital Switzerland, ein branchenübergreifender Zusammenschluss von über 30 Mitgliedern, die sich für die Positionierung der Schweiz als digitaler Hub engagieren.

Prominenz aus Wirtschaft, Bildung und Politik gab sich erfreut über die Eröffnung von Googles neuen Büros: Das Quartier um den Zürcher Hauptbahnhof werde in den kommenden Jahren zu einem Hotspot, wo innovative Dienstleistungen entwickelt werden, liess sich SBB-Chef Andreas Meyer zitieren. «Wir sind beeindruckt davon, wie erfolgreich sich Google Zürich in wenigen Jahren entwickelt hat», kommentierte ETH-Präsident Lino Guzzella. Die Eröffnung der neuen Büros zeige, dass die Stadt mit ihrer hohen Lebensqualität, der Nähe zu den Hochschulen und Universitäten und der Infrastruktur ein attraktiver Standort für Unternehmen sei, so Stadtpräsidentin Corine Mauch. 

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