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Messe

Durchzogenes Bild bei Schweizer Uhrenmarken

An der Baselworld ziehen die Hersteller unterschiedlich Bilanz. Während die Exporte im letzten Jahr allgemein deutlich zurückgingen, ging es für gewisse Marken sogar bergauf.
von am

An der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld hat sich bei den Schweizer Herstellern ein gemischtes Bild gezeigt. Während die Luxusuhrenmarke Longines einen leichten Rückgang im vergangenen Jahr hinnehmen musste, ging es bei der Genfer Uhrenmarke Raymond Weil etwas bergauf.

«Uns geht es deutlich weniger schlecht als dem Durchschnitt der Schweizer Uhrenindustrie», sagte Longines-Chef Walter von Känel an der Baselworld. Die Zahl der verkauften Uhren sei bei 1,4 Millionen stabil geblieben.

Verkäufe in China gehalten

Der Umsatz der zur Swatch-Gruppe gehörenden Marke fiel indes leicht unter die Schwelle von 1,5 Milliarden Franken. «Wir haben unseren Platz als umsatzmässig viertgrösster Uhrenhersteller hinter Rolex, Omega und Cartier verteidigt», sagte der 75-Jährige, der seit 1969 für Longines tätig ist und seit 1988 den Chefposten innehat.

Die Verkäufe in Grossbritannien seien aussergewöhnlich gut gewesen, nachdem sie vom Fall des britischen Pfunds als Folge des Brexit-Entscheids beflügelt worden seien. Dagegen hätten in anderen Ländern Europas, vor allem in Frankreich, Terroranschläge auf den Absatz gedrückt. In China habe man die Verkäufe halten können. Im «Reich der Mitte» sei Longines die Marke Nummer eins.

Leichtes Wachstum

Dagegen hat die Genfer Uhrenmarke Raymond Weil sich in dem für die Branche schwierigen Jahr 2016 behauptet und sogar ein leichtes Umsatzplus erreicht. Demgegenüber sind die Schweizer Uhrenexporte insgesamt um 10 Prozent zurückgegangen.

Marktschätzungen zufolge dürfte Raymond Weil mit den weltweit rund 150 Mitarbeitern und den gut 150'000 jährlich produzierten Uhren einen Umsatz von über 200 Millionen Franken erwirtschaften.

«Wir haben zwar kein zweistelliges Wachstum erzielt, konnten aber immerhin leicht zulegen», sagte Firmenchef Elie Bernheim, der das 1976 von seinem Grossvater Raymond Weil gegründete Unternehmen in dritter Generation leitet, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.

Bulgari glänzt mit Schmuck

Auch die Schweizer Uhren der italienischen Luxusgütermarke Bulgari hätten eine Steigerung im einstelligen Prozentbereich geschafft, sagte Bulgari-Chef Jean-Claude Babin der sda. Insgesamt habe die Uhrensparte, die etwa ein Fünftel des Umsatzes ausmache, die Krise gut gemeistert. «Das kann nicht jeder von sich behaupten.»

Besser gelaufen seien die Verkäufe von Schmuck und Lederwaren, die zweistellig zugelegt hätten, sagte Babin. Bulgari gehört zum französischen Luxusgüterkonzern LVMH.

Zuversicht für 2017

Für das laufende Jahr zeigen sich indes alle Befragten zuversichtlich. Das Jahr 2017 habe für Longines sehr gut begonnen, sagte von Känel. Der Markt Hongkong erhole sich, Macau entwickle sich gut und zudem reisten chinesische Touristen wieder vermehrt nach Europa.

Dabei habe man die Uhrenlager soweit aufgebaut, um im laufenden Jahr mit dem Umsatz wieder über die Marke von 1,5 Milliarden Franken klettern zu können. Auch hofft von Känel darauf, den Abstand auf die Nummer Drei zu verkleinern.

«Zweistelliges Wachstum»

Raymond Weil habe es in den vergangenen zwei, drei Jahren geschafft, die Marke in diesen stürmischen Zeiten für die Zukunft gut zu positionieren, sagte Bernheim: «Das weckt auch bei mir gewissen Optimismus für 2017. Gleichzeitig bleibe ich aber auch vorsichtig, was die weitere Entwicklung angeht.»

Bei der Uhrensparte von Bulgari habe das Startquartal 2017 positive Ergebnisse gebracht. Dies wisse man jetzt schon, eine Woche vor Quartalsende. «Wir hoffen, schnell wieder ein zweistelliges Wachstum erzielen zu können», sagte Babin.

(sda/cfr)

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