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Teuer

Valser will in China zum Luxuswasser werden

Valser: Kleinere Flaschen, grösserer Preis.  Screenshot
Wasser von Valser - ein hippes Luxusprodukt. In China strebt die Marke aus den Bündner Alpen nach diesem Image. Und verlangt dabei mehr pro Flasche als jeder andere Konkurrent.
von am

«Vo Berga gmacht» ist Valser im Begriff China zu erobern. Nicht als bodenständiges Wasser aus den Bündner Alpen, sondern als hippes Luxusprodukt – mit entsprechendem Preis. Seit Kurzem verkauft der chinesische Online-Marktplatz Tmall das Schweizer Blööterliwasser.

Valser ist nicht das einzige ausländische Wasser, das im Reich der Mitte den Erfolg sucht. Evian und Perrier aus Frankreich sowie Fiji von der Insel im Südpazifik sind dem Bündner Quellwasser einen Schritt voraus und richten sich ebenfalls an die chinesische Mittelklasse.

Siebenfacher Preis

Beim Preis aber ist Valser einsame Klasse. Laut chinesischen Medienberichten kostet eine 750-ml-Flasche 64 Yuan, umgerechnet 9,20 Franken. Bereits werden die Flaschen allerdings zum Aktionspreis verkauft, wie ein Blick auf Tmall zeigt. Doch auch 7,05 Franken sind ein stolzer Preis. Zum Vergleich: Eine Literflasche kostet bei Valser in der Schweiz 1,20 Franken.

Möglicherweise hat die Plattform mit der Preissenkung auf den schlechten Verkaufsstart reagiert. In den ersten zwei Wochen verkauften sie lediglich zwei Flaschen Valser Classic, wie die «South China Morning Post» berichtet.

Wachstumsmarkt China

Der Erfolg des Experiments China ist damit unklar. Dass sich Valser, beziehungsweise der Besitzer der Mineralquelle Coca-Cola, aber auf dem chinesischen Markt versucht, erstaunt wenig. Seit 2013 ist das Land der weltgrösste Markt für abgefülltes Wasser. Auch in Zukunft soll das Geschäft mit dem naturbelassenen Getränk kräftig weiterwachsen. Bis 2019 soll der Absatz laut Experten um weitere 58 Prozent steigen.

Im Gegensatz dazu ist im vergangenen Jahr der Mineralwasserverbrauch in der Schweiz erstmals seit Langem leicht gesunken. Schweizer Marken müssen sich zunehmend gegen internationale Konkurrenz zur Wehr setzen. So konnten San Pellegrino, Evian, Vittel und Co. 2016 um 5 Prozent zulegen. Über die letzten 20 Jahre haben sich die Importvolumen mehr als verdreifacht.

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