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Mobilität

Bald rollen autonome Autos durch New York

New York City: bald sind hier selbstfahrende Autos unterwegs.   Keystone
Fahrerlos von Queens nach Harlem: Der US-Bundesstaat New York startet ein Pilotprojekt für selbstfahrende Autos. Auch in der Schweiz wird das autonome Fahren vorangebracht.
von am

Einmal vom Central Park zum Empire State Building düsen - ohne Fahrer. Das soll in New York City bald möglich sein. Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, hat angekündigt, Tests mit autonomen Autos im ganzen Bundesstaat durchführen zu wollen. Indem man selbstfahrende Fahrzeuge langsam in den Verkehr integriere, wolle man gefährliche Fahrgewohnheiten bekämpfen und die Anzahl der Unfälle auf den New Yorker Strassen senken.

Experimente mit autonomen Autos wurden nach einigen Zwischenfällen zuletzt zwar heftig kritisiert. Dennoch halten gewisse Experten die Gefährte für sicherer als konventionelle. Etwa der als «Autopapst» bekannte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer: «95 Prozent der 1,2 Millionen Verkehrstoten jährlich sterben durch menschliches Verschulden. Autonomes Fahren kann diese Rate massiv reduzieren», sagte er zu Handelszeitung.ch

Apple, Tesla, Uber

In New York können sich Firmen, die ihre Fahrzeuge testen wollen, ab sofort für das einjährige Pilotprogramm bewerben. Ins Rennen um die Strassen des Big Apples dürften sich Techgiganten wie auch Autofirmen stürzen: Apple, Tesla, Ford, Uber, Toyota oder die Google-Schwester Waymo tüfteln alle an autonomen Autos. Tesla-Chef Elon Musk hatte zuletzt angekündigt, dass alle neuen Fahrzeuge mit der Technik für komplett autonomes Fahren nachgerüstet werden.

Um bei dem Piloten in New York mitmachen zu können, müssen die Unternehmen nachweisen, dass sie für Schadensfälle versichert sind. Ausserdem müssen sie die Polizei dafür bezahlen, dass diese die Tests überwacht und müssen regelmässig Berichte an den Staat abliefern. Weitere Limitierung: Die Autos dürfen sich nur auf vorbestimmten Routen bewegen und ein Fahrer muss während der Fahrzeit am Steuer sitzen - für Notfälle. Die Tests dürfen zudem weder in Bau- noch Schulzonen stattfinden. Ein grosser Teil von New York City dürfte somit nicht in Frage kommen, da die Stadt von solchen Zonen durchzogen ist. 

Autos und Ampeln kommunizieren

Um das autonome Fahren voranzutreiben, experimentiert New York City derweil auch mit vernetzter Autotechnologie. Die Stadt installiert smarte Ampeln, die sich mit Autos verknüpfen können. Zusätzlich werden rund 8000 Fahrzeuge inklusive Taxis, Lastwagen, Busse und Personenwagen werden mit einer Technologie ausgestattet, über die sie miteinander kommunizieren können. 

Audi hat eine entsprechende «Car-to-Infrastructure»-Anwendung bereits auf den Markt gebracht. In verschiedenen US-Grossstädten werden gewisse Automodelle mit Ampeln vernetzt. Die Funktion zeigt dem Fahrer an, wie lange es dauert, bis die Ampel von rot auf grün schaltet.

Neben New York sind in den USA in Kalifornien, Nevada und Arizona Experimente mit selbstfahrenden Autos im Gange. In Kalifornien erhielt zuletzt Apple die Erlaubnis für Tests mit autonomen Autos. 29 andere Unternehmen haben bereits entsprechende Lizenzen, darunter Google-Mutter Alphabet, Daimler-Tochter Mercedes-Benz, Bosch, Ford, General Motors oder Tesla. 

Rechtlicher Rahmen für selbstfahrende Autos

Auch in der Schweiz tut sich etwas: Der Bundesrat will - vom Nationalrat beauftragt - die Gesetzgebung für autonome Autos ausarbeiten. In einem Ende 2016 veröffentlichten Bericht hatte er die Entwicklung selbst fahrender Autos als unumkehrbar bezeichnet. Darin skizzierte der Bundesrat auch den Regelungsbedarf.

Angepasst werden müssen die Verkehrsregeln, die Regeln für die Zulassung von Fahrzeugen und Fahrern, die strafrechtliche Verantwortlichkeit und die versicherungsrechtlichen Regeln. Zudem braucht es Vorschriften für den Datenschutz, da die Fahrzeuge vernetzt sein müssen.

Der Bundesrat kündigte schon in dem Bericht Vorschläge für Gesetzesänderungen zu den Verkehrsregeln und den Zulassungsfragen an. Die übrigen Anpassungen will er mit dem Aktionsplan Strategie digitale Schweiz abstimmen.

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