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Abbau

Brexit: Die Banker kehren London den Rücken

London: Die Finanzmetropole erleidet Schaden durch den Brexit.   Keystone
Die Finanzmetropole London nimmt durch den Brexit schweren Schaden. Die Grossbanken werden zehntausende Jobs auf das europäische Festland verlegen. Erste Zahlen zum Bankenexodus sind nun bekannt.
von am

Heute ist London neben New York die führende globale Finanzmetropole. Wegen des EU-Austritts Grossbritanniens ist dieser Status nun gefährdet. Denn das Königreich riskiert, wegen des Brexit den freien Zugang zum EU-Finanzmarkt zu verlieren.

70'000 Arbeitsplätze könnten in Grossbritannien wegfallen, schätzt der Banchenverband TheCityUK – ein Grossteil davon in London. Die meisten Grossbanken werden viele Stellen auf das europäische Festland verlegen. Am weitesten fortgeschritten ist die Planung bei der US-Bank JP Morgan, wie die Grafik des Datenanbieters Statista zeigt: Mindestens 4000 Jobs werden auf den Kontinent verlagert.

Hier sehen Sie die Grafik in Originalgrösse.

Die UBS schaut sich in Madrid um

Von den Schweizer Grossbanken hat erst die UBS Zahlen bekanntgegeben. Sie wird voraussichtlich mindestens 1500 ihrer Jobs in London abbauen – definitiv darüber entscheiden will die Bankspitze nach dem EU-Austritt der Briten. Als künftige Arbeitsstelle für Londoner UBS-Banker kommt vor allem Frankfurt oder auch Madrid in Frage.

Die Credit Suisse hat noch nicht über ihre Londoner Jobs entschieden. Dennoch sind dort von der Schweizer Nummer zwei in letzter Zeit bereits viele Stellen gestrichen worden – dies aber nur als Teil ihres konzernweiten Sparprogramms. Bei der CS könnte Dublin vom Brexit profitieren: In der irischen Hauptstadt hat die Bank letztes Jahr einen Handelsraum eröffnet. Luxemburg ist als Standort für Teile der CS-Vermögensverwaltung im Gespräch.

Viele Gewinner des Brexit

Wie stark die einzelnen EU-Finanzzentren auf Kosten von London wachsen, steht noch nicht fest. Besonders Frankfurt und Dublin werden von vielen Instituten als Alternativen zu London genannt. Aber auch Paris, Luxemburg oder Amsterdam dürfen auf viele Jobs von der Insel hoffen.

(Mathias Brandt, Statista/mbü)

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