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Hellas

Griechenland kommt wieder – worauf Anleger jetzt setzen

Touristen in Griechenland: Das Land ist zurück an den Kapitalmärkten. Keystone
Diese Woche wurde die erste Hellas-Obligation seit Jahren emittiert. Griechenland scheint sich zu erholen und die Börse steigt und steigt. Obligationen und Aktien versprechen schöne Gewinne.
von am

Griechenland ist zurück! Zum ersten Mal seit 2014 legt Hellas eine Obligation auf. Mitte der Woche sammelte der südeuropäische Staat drei Milliarden Euro ein, der Zinssatz beträgt rund 4,6 Prozent. Nachdem das Land wegen hoher Schulden und einem Schuldenschnitt 2012 für private Kapitalgeber lange Zeit als unberühbar galt, bessert sich jetzt die Stimmung. Immerhin hellt sich auch der Konjunkturhimmel über Athen nach langer Rezession wieder auf.

Mit Ausbruch der Finanzmarktkrise vor knapp zehn Jahren war die Wirtschaftsleistung Griechenlands zwischen 2008 und 2013 Jahr für Jahr mit Raten teils von bis zu 9,1 Prozent geschrumpft und auch in den letzten drei  Jahren gab es nur Stagnation. Nun rechnet Ministerpräsident Alexis Tsipras mit dem Ende der Rezession und einem Wachstum von 2,1 Prozent in diesem Jahr.

Die Wirtschaft soll kräftig expandieren

Die seit Jahren erstmals wieder wirklich guten Wachstumsperspektiven brachten dem Land nicht nur im Juni die Auszahlung von 8,5 Milliarden Euro durch die EU, sondern auch Hilfszusagen des Internationalen Währungsfonds. Nach einem Wirtschaftswachstum der Griechen von 0,4 Prozent im ersten Quartal erwartet der IWF für 2017 sogar ein Plus von 2,2 Prozent. Zur konjunkturellen Expansion kommt auch ein Rückgang der Arbeitslosenquote. Diese ist zwar mit etwa 22,5 Prozent nach wie vor immens, jedoch deutlich niedriger, als noch vor drei oder vier Jahren mit teils rund 28 Prozent.

Zudem zeigt die Regierung in Athen weitere Sparanstrengungen. Erst vor zwei Monaten wurde die inzwischen 15. Rentenkürzung um bis zu 18 Prozent ab 2019 beschlossen. Und gleichzeitig wurde auch der Steuerfreibetrag gesenkt. Alleine daraus erwartet das Kabinett Tsiprias Einsparungen von 4,5 Milliarden Euro jährlich ab Start in 2020. Mehr Steuern ist zwar schlecht für den privaten Verbrauch im Land, doch dafür boomt der Tourismus. Neben internationale vergleichsweise günstiger Preise kommt Rückenwind auch von den politischen Problemen in bisherigen Top-Zielländern der Urlauber wie Türkei oder den Ländern in Nordafrika. Lag der Anteil der griechischen Tourismusindustrie an der Wirtschaftsleistung des Landes im vergangenen Jahr bei 28 Millionen Urlaubern bei 18,6 Prozent, so rechnet der griechische Tourismusverband für dieses Jahr schon mit 30 Millionen Feriengästen.

Obligationen – die Kurse steigen…

In diesem Umfeld konnten bereits die vor längerem emittierten griechischen Staatspapiere (beispielsweise ISIN: GR0138007738, Laufzeit 24.2.2035, Rendite effektiv aktuell 5,3 Prozent oder ISIN: GR0133008210, Laufzeit 24.2.2030, Rendite effektiv aktuell 5,1 Prozent) in den letzten drei bis vier Monaten bereits um etwa zehn bis 20 Prozent zulegen. Aber vor allem längere Laufzeiten wie die beiden genannten Obligationen notieren immer noch teils 20 Prozent und mehr unter Pari, also dem prospektierten Rückzahlungskurs.  

Noch mehr profitieren allerdings die Aktien der Börse Athen von der positiven Entwicklung im Land. So kletterte der etwas breitere Index ASE mit seinen 61 Mitgliedern seit Ende März bereits um 30 Prozent. Der Aufschwung ging auch an den Nebenwerten nicht vorbei. Der Greece Mid & Small Cap Index (ISIN: GRI99304A008) wie der ASE seit Jahresanfang mit 30 Prozent im Gewinn.

… Aktien bieten sogar noch mehr Gewinn-Phantasie

Wer auf den weiteren Aufschwung der Griechen setzen will, kann das entweder beispielsweise mit den genannten Obligationen machen. Hellt sich das konjunkturelle Bild im Land weiter auf, dann sind bei den Staatspapieren auch weitere Kursgewinne zu erwarten. Vielversprechend ist dann aber auch ein Zertifikat auf den breiten Aktienmarkt etwa die grossen Werte (ISIN: CH0021605842, Basiswert FTSE Athex Large Cap, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 1000:1).

Unter den Einzelwerten im ASE ist in den letzten Monaten beispielsweise schon die Industrie-Gruppe Mytilineos (ISIN: GRS393503008) schön gestiegen. Da könnte es aber weitere Synergien bei den Portfoliotiteln und noch höhere Kurse geben. Ziemlich unbeirrt von den Kurskapriolen der Börsen in den letzten Jahren zeigt sich Aegean Airlines (ISIN: GRS495003006). Die Aktie der Fluggesellschaft läuft seit etwa 2014 in einer Handelsspanne zwischen etwa 6,0 und 9,0 Euro. Die Fluglinie mit Sitz in Athen wächst seit vielen Jahren bei Umsatz und Passagierzahlen und bietet Anlegern nachhaltig hohe Dividenden im Bereich von 5,0 Prozent oder mehr.

Banken – riskant, aber enormes Erholungspotential

Vor dem Hintergrund des griechischen Schuldendebakels scheinen da auf den ersten Blick Finanzwerte wie Alpha Bank (ISIN: GRS015003007) oder Piraeus Bank (ISIN: GRS014003016) deutlich riskanter. Die Titel besitzen allerdings trotz der jüngsten Kurserholung immer noch enormes Nachholpotential zu den Hochs aus 2014 vom Zehnfachen oder mehr. Eine spannende Wette für risikofreudige Anleger!

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