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Digitales Leben

Ich bin eine Xing-Karteileiche

Keystone
Jahrelang hat unser Autor sein Xing-Profil nicht gepflegt. Das rächt sich nun.
von am

Die Berufsnetzwerke wie LinkedIn, Xing und Co. seien superwichtig, sagen Karriereberater. Ohne sie gehe nichts im Job. Klar, dass ich da auch angemeldet bin. Schon seit Jahren. Immerhin haben sie Millionen von Mitgliedern. Da darf ich natürlich nicht abseits stehen, sonst gefährde ich noch meine Karriere.

Das Problem ist allerdings, dass ich mich nicht dazu aufraffen kann, die Netzwerke ständig zu pflegen. Ich war schon davon ausgegangen, Xing habe mich längst gelöscht. Doch es erreichen mich regelmässig E-Mails von Xing mit der Info, wie viele «offene Kontaktanfragen» und «ungelesene Nachrichten» ich habe. Doch reingeguckt habe ich nur selten. Ich bin also eine Xing-Karteileiche.

Das rächt sich nun. Ich habe die ungelesenen E-Mails endlich durchforstet, manche waren mehrere Jahre alt. Wie peinlich! Mindestens vier Jobofferten waren dabei. Alte Uni-Kontakte. Und gute Wünsche zur Geburt des Kindes. (Das Kind ist mittlerweile in der Schule.)

Jetzt muss ich ganz viel Busse tun: Ich schreibe gerade viele E-Mails an Xing-Kontakte, die anfangen mit: «Bezüglich Deiner Xing-Nachricht von 2007 ...» Und ich verabrede mich zu Lunch-Terminen mit den Leuten. Um mich zu entschuldigen, dass ich nie geantwortet habe - und um zu hören, was in den vergangenen neun Jahren alles so passiert ist.

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