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Free Lunch

Testen Sie Ihr Wissen: Wie schlimm war der Frankenschock?

Der Frankenschock war die heftigste Tagesschwankung in der Geschichte: Euro- und Frankenmünze.Keystone
Der Frankenschock ist überstanden. Wirklich? Ziehen Sie Ihr Fazit im interaktiven Grafik-Quiz.
von am

Der 15. Januar 2015 war der einschneidenste Tag der jüngeren Schweizer Wirtschaftsgeschichte. An diesem Tag liess die Nationalbank die Untergrenze zum Euro fallen, die sie fast vier Jahre lang eisern verteidigt hatte. Der Aufruhr war gross – die Rede vom «Frankenschock» war geboren.

Doch was hatte der Kurssturz eigentlich für Auswirkungen? War die Sache für die Volkswirtschaft wirklich so schlimm? Und wie steht es um die «Milliarden» Franken an Börsenwert, die SNB-Präsident Thoms Jordan laut Zeitungsschlagzeilen damals vernichtete? Wir laden Sie ein, Ihr eigenes Fazit des Frankenschocks zu ziehen.

Die Aufgabe

Dafür haben wir ein Set von interaktiven Grafiken erstellt. Die dargestellten Kurven und Balken hören jedoch im Dezember 2014 auf, also unmittelbar vor dem Frankenschock. Machen Sie sich Gedanken zum weiteren Verlauf. Wie hätte der Verlauf im Normalfall ausgesehen? Und: Wie sah der Verlauf tatsächlich aus?

Zeichnen Sie Ihre Schätzungen zum tatsächlichen Verlauf ein, indem Sie mit der Maus in die Grafiken klicken. Die jeweiligen Auflösungen zeigen wir Ihnen, sobald Sie die Grafiken ganz zu Ende gezeichnet haben. Achtung:  Sie müssen die Linie wirklich vollständig durchzeichnen, damit Sie die Auflösung öffnen können. Dann können Sie den Button unter der Grafik klicken.

Bereit für die Evaluation des Frankenschocks? Los geht's!

1. Der Währungskurs

Lassen wir zunächst die Entwicklung am Devisenmarkt selbst noch einmal Revue passieren. Wissen Sie noch, auf welchen Stand der Euro im Frühjahr 2015 fiel? Testen Sie ihre Erinnerung: Dargestellt ist jeweils der Eurokurs im Monatsmittel. Die krassesten Ausschläge sind also etwas geglättet.

2. Der Börsencrash

Die Schweizer Börse lief bis kurz vor dem Frankenschock hervorragend. Der Swiss Market Index der zwanzig grössten Unternehmen erreichte im Herbst 2014 beinahe den Höchststand vor der Finanzkrise. Doch was geschah dann? Geben Sie Ihre Schätzung ab. Dargestellt ist der SMI im monatlichen Mittelwert.

3. Die Realwirtschaft

Nach dem Frankenschock warnten viele Ökonomen vor einer Rezession. Gewerkschafter und Exporteure forderten von der Nationalbank, sie müsse den Franken schwächen – was diese mit mässigem Erfolg auch versuchte.

Wie gut kam die Wirtschaft mit der Situation zurecht? Wir haben das vierteljährliche Bruttoinlandprodukt auf den Stand vor dem Frankenschock indexiert. Schätzen Sie, wie sich das BIP ausgehend davon entwickelt hat.

4. Der Arbeitsmarkt

Erinnern Sie sich noch an die Schlagzeilen nach dem Frankenschock? Viele Firmen kündigten einen Stellenabbau oder Verlagerungen ins Ausland an. Wie wirkte sich dies auf dem Arbeitsmarkt aus? Hier ist die Arbeitslosenquote des Seco – saisonbereinigt und über zwölf Monate gemittelt. Schätzen Sie den Kurvenverlauf!

5. Die Zuwanderung

Man ihr wohlwollend oder ablehnend gegenübestehen – aber auf jeden Fall ist die Migration ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Zuwanderer beeinflussen einerseits die Konjunktur, andererseits wirken sie auf dem Arbeitsmarkt als Puffer. Wie verhielt sich die Sache seit dem Frankenschock? Zeichnen Sie die Netto-Zuwanderungswerte pro Quartal auf der Grafik ein.

6. Die Inflation

Das wichtigste Ziel der SNB ist aber weder die Zuwanderung, noch das BIP oder die Arbeitslosigkeit – sondern die Inflation. Die SNB muss gemäss dem Gesetz dafür sorgen, dass die jährliche Teuerung der Konsumentenpreise zwischen 0 und 2 Prozent liegt. Vor dem Frankenschock gelang dies knapp. Und danach?

7. Die Nationalbank

Die Aufhebung des Mindestkurses hätte ein Befreiungsschlag für die SNB sein sollen: Die Nationalbank wollte nicht mehr gezwungen sein, unbegrenzt Fremdwährungen kaufen zu müssen. Wie gut gelang dieser Plan? Konnte die SNB ihre Bilanz nach dem Frankenschock stabil halten? Oder musste sie weiter am Markt intervenieren?

Das Fazit

Geht es Ihnen ähnlich wie mir, so sind Sie wahrscheinlich an der einen oder anderen Stelle überrascht worden. Die Volkswirtschaft hat den Frankenschock nach relativ kurzer Zeit überwunden. Es gab keine echte Rezession. Die Börse hat kaum gelitten. Und auch die Arbeitslosigkeit ist weniger stark angestiegen, als Ökonomen dies im Frühjahr vor zwei Jahren vermutet hätten. Mit einer solchen Entwicklung hat wohl nicht einmal die SNB selbst gerechnet.

Über die Gründe dafür kann man lange diskutieren. Sicher ist, dass mehrere Dinge eine Rolle gespielt haben: die hohe Flexibilität im hiesigen Arbeitsmarkt, der hohe Spezialisierungsgrad der Unternehmen und ihrer Produkte, die Sonderanstrengungen im Rahmen der Sozialpartnerschaft, die starke Integration der Schweiz in den Europäischen Markt – und nicht zuletzt auch das Glück, in Form des globalen Aufschwungs, der just zum richtigen Zeitpunkt einsetzte.

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