Skip to main content
Milliardenaffäre

Thailand verkürzt Haft für Schweizer Whistleblower

Xavier Justo: Gande vor Recht. Keystone
Der thailändische König hat für den Schweizer Geschäftsmann Xavier Justo eine Haftreduktion von drei auf zwei Jahre verfügt. Er steht am Anfang des 1MDB-Milliarden-Skandals.
von am

Der thailändische König hat für den Schweizer Geschäftsmann Xavier Justo eine Haftreduktion von drei auf zwei Jahre verfügt. Er hatte eine Erdölfirma erpresst und anschliessend brisante Daten an die Presse weitergeleitet. Er steht am Anfang des nun bekannt gewordenen Milliarden-Affäre, in deren Zentrum der malaysische Staatsfonds 1MDB steht.

Der Grund für die Begnadigung ist die Feier zum 70. Jahrestag der Thronbesteigung von König Bhumibol Adulyadej. Veröffentlicht wurde die Begnadigung, die für eine ganze Liste von Häftlingen gilt, auf einer königlichen Internetseite. Am Dienstag berichtete Watson unter Bezugnahme auf die «New Straits Times».

Drei Jahre Gefängnis

Der 50-jährige Genfer war im August 2015 in Thailand zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der ehemalige Angestellte der Genfer Filiale von PetroSaudi International hatte vor dem Strafgericht in Bangkok zugegeben, im Jahr 2011 sensible Dokumente gestohlen zu haben, bevor er die Firma verliess.

Danach verlangte er 2,5 Millionen Dollar für deren Rückgabe, wie die thailändische Polizei mitgeteilt hatte. Zudem spielte er die Dokumente Medienschaffenden zu.

Das erpresste Unternehmen PetroSaudi steht im Zentrum einer Affäre um undurchsichtige Geldtransfers eines malaysischen Staatsfonds.

PetroSaudi ist spezialisiert auf die Förderung von Erdöl und Erdgas und hat Büros in Grossbritannien, Saudi-Arabien und der Schweiz. Aus den gestohlenen Dokumenten soll hervorgehen, dass bei einem Deal zwischen PetroSaudi und dem malaysischen Staatsfonds «1 Malaysia Development Berhad» (1MDB) im September 2009 rund 700 Millionen US-Dollar abgezogen und an einen Vertrauten von Regierungschef Najib Razak überwiesen worden seien - unter anderem über Banken in der Schweiz und in Singapur.

(sda/chb)

Themen zum Artikel