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Korruption

Rote Karte für Falcon Private Bank in 1MDB-Skandal

Falcon Private Bank: Gestutzte Flügel in Singapur. Falcon Private Bank
Fertig mit Neugeldern in Singapur: Die in den Schmiergeldskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB verwickelte Privatbank Falcon Private Bank wurde von der Aufsicht ausgebremst.
von am

Die in den Schmiergeldskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB verwickelte Schweizer Privatbank Falcon darf einem Zeitungsbericht zufolge kein Neugeschäft mehr in Singapur annehmen. Das habe die dortige Aufsichtsbehörde MAS entschieden, berichtete die Zeitschrift «Finanz und Wirtschaft». Eine Sprecherin der Behörde in Singapur wollte sich nicht zu dem Bericht äussern. Zuvor hatte die sonst diskrete MAS nach einer Vorort-Inspektion bei der Bank bereits in einer Pressemitteilung von «substantiellen Verstössen» gegen Geldwäsche-Bestimmungen gesprochen.

Falcon, die dem Staatsfonds IPIC aus Abu Dhabi gehört, war zunächst nicht zu erreichen. Zuletzt hatte ein Sprecher der Bank betont, das Institut kooperiere mit den Behörden. Die Nachricht über die Neugeldsperre in Singapur kommt nur zwei Tage nach einem Bericht, dass gegen Ex-Verwaltungsratspräsidenten der Bank auch in der Schweiz ermittelt wird.

Viele andere mehr

Falcon ist nicht die einzige Bank, die im Zusammenhang mit dem Schmiergeldskandal im Visier der Behörden steht. Die Schweizer Aufsichtsbehörde Finma hatte vor einigen Monaten die Schliessung der Privatbank BSI angeordnet, deren Aktivitäten nun von der Konkurrentin EFG International übernommen werden. Bei der Finma laufen noch Verfahren gegen andere Banken. Namen nennt die Behörde nicht.

Auch die Grossbank UBS und Goldman Sachs sind in den Sog des Skandals geraten. Bei dem Fonds waren Milliardenbeträge verschwunden oder auf ausländische Bankkonten mit unbekannten Eigentümern abgeflossen. Gegen 1MDB laufen daher in mindestens sechs Ländern Geldwäsche-Untersuchungen.

(reuters/chb/ama)