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Interview

Nobelpreisträger Shiller: «Ich habe Angst»

Robert Shiller: «Trump ist gefährlich und achtlos.» Keystone
Robert Shiller warnt vor den Folgen der Digitalisierung. Die Angst vor der Veränderung treibt Donald Trump viele Wähler in die Arme. Doch der Starökonom hofft auf einen versöhnlichen Wahlausgang.
von am

Der Nobelpreisträger und Ökonom Robert Shiller warnt im Interview mit «Millionär», dem Anlegermagazin der «Handelszeitung», vor der Roboterisierung der Arbeitswelt. Die Technologie zerstöre das Gleichgewicht in allen Branchen, und heute angesehene Berufe wie Arzt, Anwalt und Professor würden durch künstliche Intelligenz ersetzt. «Selbst ich als Professor bin nicht geschützt», sagt er im Interview.

Zwar sei es heute noch nicht so weit. Aber innert der kommenden Jahrzehnten werde künstliche Intelligenz omnipräsent sein: «Ich persönlich habe Angst – und nicht nur um meine Enkelkinder. Und ich glaube nicht, dass ich der Einzige bin.»

«Trump ist gefährlich und achtlos»

Diese Ängste der Bevölkerung treibe etwa Donald Trump Wähler in die Arme. Nicht die Gescheiterten wählten Trump, sondern die Mittelschicht, die sich um ihre Zukunft betrogen fühlt. Die Chancen, dass Trump tatsächlich gewählt wird, schätzt Shiller allerdings auf lediglich 20 Prozent. «Trump ist gefährlich und achtlos in seinen Bemerkungen. Er wird nicht gewählt», so Shiller. 

Shiller, der hohe Bekanntheit geniesst, weil er das Platzen von bereits zwei Finanzmarktblasen zeitnah voraussagte, drückt momentan allerdings nicht auf den Panikknopf. Alles sei an den Finanzmärkten einigermassen im grünen Bereich, auch wenn die seit 30 Jahren sinkenden Renditen am amerikanischen Kreditmarkt viel gravierendere Auswirkungen hätten als die Finanzkrise von 2008. Im Extremfall werde ein Anleihencrash zu sehr hoher Inflation führen, die den Wert von Geld ausradiere.

Mehr zum Thema lesen Sie im Millionär, dem Anlegermagazin der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk oder mit Abo im Briefkasten.