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Studie

Junge Schweizer erwarten höhere Immo-Preise

Wohneigentum: Junge glauben besonders häufig, dass die Preise steigen.  Keystone
Tiefe Hypothekarzinsen und sinkende Preise: Das erwarten Experten mittelfristig vom Immobilienmarkt. Die Bevölkerung geht vom Gegenteil aus – damit dürfte die Zahlungsbereitschaft steigen.
von am

Immobilien lassen sich derzeit günstig finanzieren wie selten: Die Hypothekarzinsen sind auf Rekordtiefstände gesunken oder zumindest nahe dran. Allein seit Anfang Jahr sind zehnjährige Festhypotheken um 25 Prozent günstiger geworden. Solch langfristige Finanzierungen sind gemäss dem Vergleichsdienst Comparis besonders beliebt.

Zu verdanken haben die Eigenheimbesitzer diese günstigen Konditionen den tiefen Leitzinsen der Schweizerischen Nationalbank. Das Brexit-Ja der Briten hat die Hypotheken dann nochmals gedrückt.

Preise zukünftig tiefer

Fast noch mehr als die Zinsentwicklung interessiert beim Immobilienmarkt die Preisentwicklung. Hier sehen Experten eine fallende Tendenz, wenn auch auf hohem Niveau. Laut der UBS sind die Eigenheimpreise im Jahresvergleich so gering gestiegen wie zuletzt im Jahr 2000. UBS-Ökonom Matthias Holzhey sagt im Interview mit handelszeitung.ch: «Sie müssen damit rechnen, dass die Preise in zehn Jahren tiefer liegen als heute.»

Differenz zu den Experten

Die Bevölkerung allerdings hat diese Trendwende noch nicht verinnerlicht. Ein Grossteil glaubt, dass die Preise für Immobilien in den kommenden fünf Jahren steigen werden. Das zeigt eine Umfrage von Moneypark in Zusammenarbeit mit Alacasa unter 900 Teilnehmern, die handelszeitung.ch exklusiv vorliegt. Zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass das Eigenheim teurer wird. Jeder Fünfte rechnet gar mit einer starken Steigung. 

Das lässt laut den Autoren der Studie Rückschlüsse auf die Kaufbereitschaft zu. «Auch wenn ihr das Insiderwissen in aller Regel fehlt, so lohnt es sich dennoch, auf die Bevölkerung zu hören und deren Erwartungen ernst zu nehmen», heisst es in der Erhebung. «Das gilt aus unserer Sicht ganz besonders für die Immo-Preis-Prognosen. Schliesslich können wir aus ihnen ablesen, dass sich die Bevölkerung an steigende Preise gewöhnt hat und dass folglich auch die Zahlungsbereitschaft weiter wachsen dürfte.»

Junge Schweizer rechnen mit höheren Zinsen

Denn wer eine Immobilie kaufen möchte und mit steigenden Preisen rechnet, dürfte diese bei der Finanzierung einkalkulieren.  Jeder zweite Schweizer unter 30 will sich in den nächsten zehn Jahren den Traum vom Eigenheim erfüllen. 40 Prozent in dieser Zielgruppe gehen davon aus, bald mehr für eigene vier Wände zahlen zu müssen. 

Auch bei der Zinsentwicklung ist sich die Bevölkerung mit den Experten uneins: Bloss zwei von hundert Befragten glaubt an einen weiteren Rückgang. Rund ein Viertel geht von gleichbleibenden Kreditkosten aus. Bei Eigentümern beträgt dieser Anteil sogar fast ein Drittel.

Im Altersvergleich zeigt sich auch hier die jüngere Generation bei der Preisentwicklung skeptisch. Jeder Fünfte rechnet mit deutlich höheren Hypo-Zinsen bis 2021. Das sind doppelt so viele wie in den höheren Altersgruppen.

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