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1MDB

Schweizer Datendieb klagt Presse ein

Xavier Justo stürzte mit seinen Daten die korrupte malaysische Präsidentenclique ins Elend. Er selbst sitzt seit letztem Jahr im Gefängnis. Nun verklagt er die Presseleute, denen er die Daten gab.
von am

Die Korruptionsaffäre um Malaysias Staatsfonds 1MDB wird für die Regierungspartei Malaysias um Premierminister Najib Razak immer mehr zum totalen Debakel. Die Ermittlungen um abgezweigte Staatsgelder in Milliardenhöhe nehmen nicht etwa ab, sondern im Gegenteil, werden immer intensiver. Heute hat die Schweiz ihre Untersuchung nochmals intensiviert.

Der Mann, der die Affäre auslöste, ist Xavier Justo. Der Sohn spanischer Einwanderer war nach Stationen als Bankier zwischen 2009 und 2011 im Kader der Genfer Ölgesellschaft Petrosaudi International. Die Firma war mit 1MDB mit einem 2,5-Milliarden-Dollar-Deal ins Geschäft gekommen.

Petrosaudi erpresst

Justo war trotz einer millionenschweren Abfindung bei seinem Ausscheiden nicht zufrieden mit seinem goldenen Fallschirm und saugte darum von den Firmencomputern gigabyteweise Daten ab: E-Mails, Kontoauszüge, Verträge usw. 2013 versuchte er Petrosaudi damit zu erpressen. Er wollte eine Millionenzahlung herausschlagen, doch bei den Saudis biss er auf Granit.

Da bei seinem Ex-Arbeitgeber nichts zu holen war, knüpfte Justo Kontakte zur Presse: Er ging zur Mediengruppe «The Edge» von Verleger Tong Kooi Ong und auch der Sarawak-Report erhielt die verräterischen Daten. Kurz darauf platzte der Skandal umd die verschwundenen Staatsgelder in Milliardenhöhe. Xavier Justo wurde im Herbst in Thailand zu drei Jahren Haft verurteilt, angezeigt hatte ihn Petrosaudi. Justos Anwälte gehen in Revision.

Datensätze vernichten

Nun hat Justo den Verleger von «The Edge» in Singapur verklagt, berichtet die «Straits Times». Der Schweizer will den Datensatz zurück und dann vernichten, den er im Februar letzten Jahres im Hotel Fullerton Tong Kooi Ong übergeben hatte. Weiter will Justo wissen, wer alls Zugriff auf die Daten erhielt.  hätte man ihm zwei Millionen Dollar versprochen, behauptete Justo in der Klage, die er nie erhalten habe.

Der Verleger bestreitet das Recht von Justo an den Daten, habe dieser die Dokumente doch selbst gestohlen. Diese Woche treffen sich die Parteien vor den Richtern zu einer Vorabklärung.

 

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