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Befürchtung

Die Angst der Londoner City vor dem Brexit

City: Ein Brexit hätte gravierende Folgen für das Finanzviertel. Keystone
Tritt Grossbritannien aus der EU aus, zahlt der Finanzplatz London einen hohen Preis: 45'000 Jobs sind laut einem CS-Manager gefährdet. Wegen solcher Zahlen brechen die «City»-Vertreter ihr Schweigen.
von am

Im Werben um einen Verbleib in der Europäischen Union bekommt der britische Premierminister David Cameron Unterstützung vom Londoner Finanzviertel. Die City of London sprach sich am Donnerstag offiziell gegen einen sogenannten Brexit aus. Der Stadtbezirk könne bei diesem wichtigen Thema nicht schweigen, sagte City-Vertreter Mark Boleat.

So hätten Unternehmen aller Grössen und Branchen vor den Risiken des Schrittes gewarnt. Der etwa drei Quadratkilometer grosse Bezirk, in dem das Herz der britischen Finanzbranche schlägt, hatte sich bislang zurückgehalten, weil es unter wichtigen Investoren auch Brexit-Befürworter gibt.

45'000 Jobs gefährdet

Ein Credit Suisse-Manager rechnet mit schlimmen Folgen für die City: Bis zu 45'000 Jobs in der Finanzbranche könnten einem Brexit zum Opfer fallen, sagte CS-Manager Bob Parker der Agentur Bloomberg. Rund 300'000 Personen arbeiten zurzeit im Finanzdistrikt, und ein Abbau von 15 Prozent der Stellen ist laut Parker realistisch.

Die Grossbank HSBC hat bereits angekündigt, 1000 Investmentbanker nach Paris zu versetzen, sollten sich die Briten für den Austritt entscheiden. Auch die Grossbank ING hat bei einem Brexit einen Jobabbau in der britischen Metropole angekündigt.

Urnengang am 23. Juni

Was die Banker beruhigen dürfte: Zwar spricht sich in aktuellen Umfragen eine  Mehrheit der Briten dafür aus, der EU den Rücken zu kehren. Aber die Wettbüros rechnen mit einem «Nein» an der Urne: Die meisten Buchmacher taxieren die Wahrscheinlichkeit eines EU-Austritts auf lediglich eins zu drei. Das Referendum findet am 23. Juni statt.

(mbü, mit Material von Reuters)

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