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Grossbanken betonen Legalität ihrer Tätigkeiten

Paradeplatz: UBS und CS aktivste Gründer von Offshore-Gesellschaften. Keystone
In den Dokumente der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca werden auch Schweizer Banken erwähnt. UBS und Credit Suisse gehören zu den aktivesten Gründer von Offshore-Briefkästen.
von am

In den so genannten Panama Papers finden sich gemäss den Recherchen des Konsortiums der investigativen Journalisten Daten und Hinweise auf über 15'600 Briefkastenfirmen, die Banken für Kunden bei Mossack Fonseca aufgesetzt haben.

Gemäss einer Aufstellung sollen dabei die Credit Suisse Channel Islands Limited, die HSBC Private Bank Schweiz und die UBS Filiale in Genf besonders häufig solche Firmen mit Hilfe des panamaischen Anwaltskanzlei eingetragen haben. Für die CS-Tochtergesellschaft zeigt die Aufstellung 918, für die HSBC Schweiz 733 und für die UBS 579 solcher Gründungen.

UBS: «Kein Interesse an Schwarzgeld»

Die UBS und die Credit Suisse nehmen zu diesen Zahlen und zur geschäftlichen Beziehung zu Mossack Fonseca direkt keine Stellung. Die UBS schreibt auf Anfrage, dass sie ihr Geschäft entsprechend den anwendbaren Gesetzen und Regulierungen" betreibe. «Wir haben keinerlei Interesse an Geldern, die nicht versteuert sind oder aus illegaler Herkunft stammen.»

Die Credit Suisse verweist in einer Stellungnahme gegenüber des Journalisten-Konsortiums darauf, dass sich die Bank bei ihren grenzüberschreitenden Bankgeschäften streng an sämtliche geltenden Gesetze, Regeln und Vorschriften halte.

«Für die Credit Suisse ist es von entscheidender Bedeutung, dass ihre Kunden Vermögensstrukturen ausschliesslich für zulässige Zwecke nutzen, zum Beispeil zur Organisation des Vermögens von Familien, die über ein breites Spektrum von Finanzanlagen in verschiedenen Ländern verfügen.» Seit 2013 habe die Credit Suisse für viele Länder zudem Programme zur Steuerregulierung eingeführt und abgeschlossen, in deren Rahmen Privatkunden ihre Steuerkonformität nachweisen müssten.

Insgesamt finden sich gemäss dem Konsortium über 500 Banken in den Unterlagen. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA hat die Deutsche Bank bestätigt, Kunden bei der Vermittlung von Briefkastenfirmen im Ausland geholfen zu haben. Das Institut betonte allerdings, dass diese Geschäft per se nicht gesetzeswidrig seien. «Wir sind uns der Bedeutung dieser Angelegenheit vollkommen bewusst», erklärte ein Sprecher auf neue Enthüllungen mehrerer Medien über das Verstecken von Geld im Ausland.

«Was die Deutsche Bank angeht, so haben wir unsere Kundenannahmeverfahren verbessert; wir überprüfen, mit wem wir Geschäfte machen und stellen sicher, dass unsere Richtlinien, Verfahren und Systeme so gestaltet sind, dass sie allen relevanten Gesetzen und Regularien befolgen», hiess es weiter.

Auch die Hamburger Privatbank Berenberg bestätigte die Offshore-Deals. Über ihre in der Schweiz ansässige Vermögensverwaltungstochter, die Berenberg Bank AG, führe sie wie viele andere Banken auch Konten für Offshoregesellschaften, erklärte ein Sprecher am Montag. «Dies steht selbstverständlich im Einklang mit den gesetzlichen Regelungen, erfordert jedoch höhere Sorgfaltspflichten aufseiten der Banken.»

So sei der hinter dem Konto stehende wirtschaftlich Berechtigte immer bekannt. Zudem würden wirtschaftlich Berechtigte und Bevollmächtigte täglich in speziellen Datenbanken auf negative Einträge hin überprüft, hiess es weiter.

(sda/chb)