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Lob

UBS-Präsident Weber: «SNB hat richtig entschieden»

Axel Weber findet am WEF in Davos lobende Worte für die Schweizer Währungshüter. Das Mindestkurs-Ende sei der richtige Entscheid. Für die Politiker der EU findet der UBS-Präsident aber scharfe Worte.
von am

UBS-Präsident Axel Weber kritisiert Europas Politiker, nicht genügend für Reformen getan zu haben. Da helfe es wenig, wenn die EZB am Donnerstag entscheide, ihre Geldschleusen zu öffnen.

Europa habe Chancen verpasst, sagte Axel Weber in einer Diskussionsrunde am Weltwirtschaftsforum WEF. Die grössten Probleme, wie etwa die hohe Arbeitslosigkeit, seien nicht behoben. Die europäischen Politiker hätten die Zeit nicht genutzt, welche die Europäische Zentralbank (EZB) ihnen verschafft habe. Zeit zu kaufen und sie nicht zu nutzen, sei wie Medizin, die nicht wirke.

«Europa hat strukturelle Probleme»

Wenn die EZB ihren breit angelegten Aufkauf von Euro-Staatsanleihen beschliesse, sollte sie nicht zu weit gehen, sagte Weber. Seiner Ansicht nach werden dadurch Anreize zu echten Reformen verhindert. Europa habe strukturelle Probleme, die endlich gelöst werden müssten, so der Präsident der Grossbank UBS.

Bereits vor einem Jahr habe er auf den echten Reformbedarf in der EU hingewiesen, sagte er. « Europa ist nicht zurück, nur die Schlagzeilen sind weg», zieht er Bilanz.

SNB-Entscheid war richtig

Anerkennende Wort fand Weber aber für die Schweizerische Nationalbank (SNB). Sie habe richtig entschieden, den Mindestkurs aufzuheben. «Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende», sagte er. Es sei immer klar gewesen, dass der Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro nur eine temporäre Lösung sein könne.

Mittelfristig würden sich die Turbulenzen auf den Devisenmärkten aber beruhigen, gab sich Weber zuversichtlich. Die SNB habe keine andere Möglichkeit gehabt, als überraschend zu handeln.

Weber diskutierte am WEF unter anderem mit John Rice, Vizepräsident des US-Konzerns GE, und Min Zhu, einer der Vizechefs des Internationalen Währungsfonds (IWF), zum Thema «The New Growth Context» (Wachstum in neuem Kontext).

Umstrittener Entscheid

Die Europäische Zentralbank wird am Donnerstag über die sogenannte «quantitative Lockerung» entscheiden. Es gilt als wahrscheinlich, dass EZB-Präsident Mario Draghi für den umstrittenen Entscheid die Mehrheit des EZB-Rates hinter sich hat.

Die deutsche Bundesbank steht dem Programm kritisch gegenüber. Axel Weber war von 2004 bis 2011 Präsident der deutschen Bundesbank und damit eine der Schlüsselfiguren in den EU-Rettungsprogrammen für die Banken.

(sda/dbe/ama)