Skip to main content
Erlass

Obama drängt US-Firmen zu mehr Datenaustausch

Barack Obama: Cyberkriminalität ist eine Bedrohung für die nationale Sicherheit. Keystone
Washington sieht in der Cyberkriminalität eine Gefahr für die nationale Sicherheit – und regt zu mehr Kooperation mit der Wirtschaft an. Apple-Chef Cook hat Obama dabei auf seiner Seite.
von am

Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Hacker drängt die US-Regierung Internet-Unternehmen zum verstärkten Austausch von Daten. US-Präsident Barack Obama unterzeichnete am Freitag einen Erlass, der einen besseren Informationsaustausch von Firmen untereinander sowie mit der Regierung ermöglichen soll.

Unternehmen sollen ihr Wissen über digitale Attacken und andere Bedrohungen bündeln und weiterreichen. Dazu sollen «Organisationen zur Analyse und Weitergabe von Informationen» (ISAO) geschaffen werden.

«Herausforderung für nationale Sicherheit»

«Diese Cyberbedrohungen sind eine Herausforderung für unsere nationale Sicherheit», sagte Obama bei einem Treffen an der Stanford-Universität zum Thema Cybersicherheit, zu dem mehr als 1000 Teilnehmende erwartet wurden. Bei gross angelegten Hackerangriffen könnten die öffentliche Sicherheit und die Wirtschaft Amerikas in Gefahr geraten. «Dies muss eine gemeinsame Mission sein.» Weder die Regierung noch die Privatwirtschaft könnten die Aufgabe allein lösen.

Seine Sicherheitsberaterin Lisa Monaco ergänzte: «Diejenigen, die uns online und in der physischen Welt schaden wollen, müssen wissen, dass wir sie finden werden.» Apple-Chef Tim Cook sagte: «Es ist eine gewaltige Aufgabe, und kein Unternehmen und keine Organisation kann sie alleine bewältigen.» Deshalb sei die Zusammenarbeit mit der Regierung und dem Kongress wichtig.

Treffen als Stimmungsmesser

Nach den Enthüllungen über die Spionage des US-Geheimdienstes NSA und den Hacker-Angriffen auf das Filmstudio Sony Pictures wird das Treffen auch als Stimmungsmesser zwischen Internet-Unternehmen und Regierung gesehen. Neben Apple haben auch die Internet-Riesen Facebook, Google und Microsoft Vertreter geschickt.

Das Weisse Haus ist überzeugt, der gestiegenen Zahl der Hackerangriffe nur im Schulterschluss mit der Privatwirtschaft begegnen zu können. Diese sorgt sich seit den NSA-Enthüllungen aber, dass eine engere Zusammenarbeit mit der Regierung Nutzer abschrecken könnte.

(sda/moh)