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Expertenrunde

IWF-Chefin warnt Europa vor Deflation

Christine Lagarde: «Verhalten optimistisch», schreibt sie auf Twitter. (Bild: Keystone)
Christine Lagarde nannte am WEF die Risiken, die eine sehr tiefe Inflation mit sich bringt. Später gab sich die Chefin des Internationalen Währungsfonds auf Twitter «verhalten optimistisch».
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Zu den Risiken für das sich langsam erholende Europa gehört nach Ansicht der Direktorin des Weltwährungsfonds, Christine Lagarde, eine mögliche Deflation. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist aber bereit, auch gegen dieses Problem anzukämpfen. «Das Deflationsrisiko wäre die Folge eines Schocks für Länder, die jetzt eine sehr tiefe Inflation haben», sagte Lagarde während eines Panels am Weltwirtschaftsforum WEF in Davos.

«Die Inflation ist tief und könnte über unseren Prognosezeitraum von zwei Jahren so bleiben», sagte Mario Draghi, Präsident der EZB. Sollte dies in eine Deflation kippen, sei er bereit, dagegen vorzugehen: «Wenn sie Deflation als eine breit angelegte Preiszerfallskrise definieren: Das haben wir in der Eurozone nicht.»

EZB-Chef Draghi bekräftigt Entschlossenheit

Die tiefe Inflation in Europa sei von den Ländern verursacht, in denen die Krise besonders stark gewesen sei und die Hilfe benötigt hätten. «Mittelfristig dürfte daher die Inflation steigen.» Draghi bekräftige seinen Entschluss, für die Stabilität der Eurozone alle Mittel einzusetzen, welche die EZB-Verträge zuliessen.

Japan ist laut seinem Notenbankchef Haruhiko Kuroda dabei, nach Jahren der Deflation eine mässige Teuerung zu erreichen. Dort sind die Geldschleusen seit April sehr weit offen. Bei einem Teil der Güter zögen die Preise an, sagte Kuroda. Die «Abenomics» – die Politik von Regierungschef Shinzo Abe mit einer sehr expansiven Geldpolitik und forcierten Strukturreformen – zeige Wirkung.

Lagardes Tweet als WEF-Grundstimmung

IWF-Chefin Lagarde äusserte sich nach der Diskussion in Davos auch über den Kurznachrichtendienst Twitter zu den Aussichten für die Weltwirtschaft im laufenden Jahr. Sie schrieb, sie sei diesbezüglich «verhalten optimistisch». Lagardes Tweet steht stellvertretend für die Grundstimmung am diesjährigen WEF-Treffen.

(sda/vst)