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Finanzmarkt

Bitcoin auf der Achterbahnfahrt

Der beispiellose Höhenflug der künstlichen Währung ist vorerst zu Ende. Nach wochenlangen Gewinnen bricht der Kurs des Bitcoin massiv ein. Heute betrug das Minus in der Spitze fast ein Drittel.
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Wie gewonnen, so zerronnen – vorerst zumindest: Nach einem fast beispiellosen Höhenflug mit Tageszuwächsen von in der Spitze über 40 Prozent ist der Wechselkurs der virtuellen Währung wieder abgestürzt: Am heutigen Mittwoch Mittag notierte ein Bitcoin zwischenzeitlich bei 453 Dollar – ein Minus von 31 Prozent zum Eröffnungskurs von 655 Dollar. Bereits am gestrigen Dienstag hatte es erste Verluste gegeben. Erstmals ist damit der seit Monaten anhaltende Höhenflug der virtuellen Währung gestoppt, der zu Wochenbeginn seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden hatte. Abends notierte der Bitcoin noch rund 5 Prozent im Minus.

Die Woche begann verheissungsvoll für das aufstrebende Internetgeld: Noch am Montag hörte der US-Senat erstmals Experten zu dem Thema  an. Das Ergebnis fiel für Beobachter überraschend positiv aus. So kam etwa das Justizministerium zu dem Schluss, dass virtuelle Währungen den weltweiten Handel effizient abwickeln könnten. Der Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, resümierte in einem Brief an den Senat: Zwar seien virtuelle Währungen anfällig für kriminelle Aktivitäten wie Geldwäsche – langfristig gebe es aber womöglich vielversprechende Einsatzbereiche.

USA und China sind dem Bitcoin aufgeschlossen

Investoren reagierten euphorisch auf die Einschätzungen: Am Montag wurde ein Bitcoin an den Handelsplätzen in der Spitze zu 785 Dollar gehandelt – in nur wenigen Stunden schnellte der Kurs um rund 200 Dollar nach oben. Insgesamt wurden über 90'000 Transaktionen  getätigt – das maximale Tagesvolumen wurde bislang im August mit rund 73'000 Käufen respektive Verkäufen erreicht. Noch zu Jahresbeginn kostete ein Bitcoin lediglich 13.50 Dollar. Die Gewinne seit Wochenbeginn gab die Währung zwischenzeitlich jedoch vollständig ab.

Getragen wurde der Boom der vergangenen Wochen zudem von einer rasant wachsenden Nachfrage aus China. Die Internetplattform Baidu – das chinesische Pendant zu Google und meistbesuchte Webseite des 1,3 Milliarden Einwohner zählenden Landes – akzeptiert Bitcoins inzwischen als Zahlungsmittel. In Chinas TV-Stationen und Zeitungen wird zudem wohlwollend über die virtuelle Währung berichtet. Beobachter werten dies als Zeichen dafür, dass die Zentralregierung in Peking den Aufstieg des Geldes indirekt ebenfalls unterstützt.

Bitcoins erstellen wird immer kostspieliger

Attraktiv für viele Investoren ist zudem, dass nicht unbegrenzt viele digitale Münzen geprägt werden können. Der Rechen-Algorithmus sieht vor, insgesamt nur 21 Millionen Münzen in Umlauf zu bringen. Inzwischen gibt es rund 12 Millionen Stück – also etwas mehr als die Hälfte der vorgesehenen Gesamtmenge.

Die wohl beste visuelle Zusammenfassung, was Bitcoins sind und wie sie funktionieren (auf Englisch):

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