Skip to main content
Wandel

E-Commerce: Trend mit Nebeneffekt

Kleinteilelager: Insgesamt 90 Roboter sind im Einsatz, um die Ware zu den Ausgabestellen zu bringen
Das neue Einkaufsverhalten fordert die Logistik in den Unternehmen. Gleichzeitig wird der Bereich dadurch zu einem entscheidenden Faktor für den Erfolg eines Betriebs.
von am

Der klassische Handel befindet sich seit einigen Jahren in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. Heute kaufen die Konsumenten nicht mehr nur in den sogenannten Bricks-and-Mortar-Läden, sprich Verkaufsgeschäften aus Ziegeln und Mörtel, sondern setzen vermehrt auf Einkaufszentren aus Bits und Bytes. Das Cross-Channel- respektive Multi-Channel-Shopping wird zur Normalität. Manchmal zieht es den Kunden in einen Laden, dann wieder ins Internet, und dazwischen etablieren sich neue Formen, wie Drive-ins oder sogenannte Try Stores. Was für die Kunden mehr Auswahlmöglichkeiten und Bequemlichkeit bringt, stellt den Handel vor grosse Herausforderungen. Die Softwaresysteme müssen aufeinander abgestimmt, das Personal geschult werden – und insbesondere in der Logistik der Unternehmen sind zum Teil grössere Anpassungen notwendig.

Bei der praktischen Umsetzung der E-Commerce-Logistik stehen die Unternehmen dann häufig vor der Frage, wie viel Automatisierung für die Erfüllung der Aufgaben benötigt wird. Auf der einen Seite scheint im Online-Handel ein hoher Automatisierungsgrad unerlässlich zu sein. Dieser gewährleistet, dass auch Kleinstmengen schnell, effizient und fehlerlos bearbeitet und in kurzer Zeit zum Kunden gebracht werden können. Zudem gelingt einem hoch­automatisierten Unternehmen eine deutliche Kostenreduktion sowie häufig auch ein entsprechender Zeitgewinn. Als Musterbeispiel hierfür dient der Kaffeekapseln-Hersteller Nespresso, der wohl nur deshalb noch in der Schweiz produzieren kann, weil sich das Unternehmen einer hohen Automatisierung verschrieben hat.

Doch insbesondere die Online-Grosskonzerne Amazon und Zalando beweisen, dass Automation im E-Commerce alleine noch keinen Erfolg garantiert. Beide Unternehmen haben in der Vergangenheit weniger auf Automatisierung gesetzt, sondern vielmehr auf eine hohe Flexibilität. Dadurch konnte aus dem als Online-Bücherladen gestarteten Amazon über die Jahre ein eigentliches Online-Einkaufszentrum werden und aus dem Schuh-Versandhändler Zalando ein Modehaus.

Für wie viel Automation sich ein Unternehmen auch immer entscheidet, die Logistik wird innerhalb des Betriebes mehr denn je zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Diese Tatsache gilt dabei nicht nur für den Online-Handel. Auch in anderen Branchen wächst die Bedeutung der Logistik kontinuierlich. Denn über eine effiziente Steuerung der gesamten Supply Chain kann die Logistik wichtige Mehrwerte generieren und dadurch über den Erfolg einer Firma mitentscheiden.

Themen zum Artikel