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Aufwind

Die Börse schwächelt zum Ende einer starken Woche

Schweizer Börse: Der SMI sinkt nach Publikation der US-Jobdaten. Keystone
Der Swiss Market Index steigt die vierte Woche in Folge. Die US-Jobdaten sorgen zum Ende der Handelswoche aber für einen Dämpfer.
von am

Die Schweizer Börse hat am Freitag im Handelsverlauf an Fahrt verloren. Der SMI schloss mit 9252 Zählern um 0,1 Prozent unter dem Vortag. Am Morgen war der Leitindex noch auf das neue Zwei-Jahres-Hoch bei 9289 Zählern gestiegen. Dennoch schaffte der Leitindex die vierte Woche in Folge mit höheren Kursen.

Händler sagten, trotz der auf den ersten Blick enttäuschenden Arbeitsmarktdaten seien Zinsspekulationen aufgekommen. Die US-Wirtschaft baute im September wegen der Wirbelstürme «Harvey» und «Irma» erstmals seit sieben Jahren Stellen ab. Da aber zugleich die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Wert seit 2001 sank und die Stundenlöhne stärker als erwartet stiegen, keimten Inflationserwartungen auf. «Ich denke, der Arbeitsmarkt zieht weiter an», sagte der Chef der Fed von Dallas, Robert Kaplan. Er sei offen für eine Zinserhöhung im Dezember. Am Markt gilt ein solcher Schritt als sicher.

CS-Aktie im Hoch

Von den Zinsspekulationen profitierten einmal mehr ein Teil der Finanzwerte, da höhere Zinsen auch bessere Verdienst- und Anlagemöglichkeiten darstellen würden, sagte ein Händler. Die Aktien der Credit Suisse legten 1,4 Prozent zu. Die Royal Bank of Canada hat die Aktien der Grossbank auf «Outperform» von «Sector Perform» hochgestuft. Dass die CS-Aktie über das alte Jahreshoch gestiegen sei, wurde laut Händlern als charttechnisches Kaufsignal interpretiert. Der Titel von Rivale UBS ging dagegen marginal tiefer aus dem Handel.

Die Anteile von Swiss Re gewannen ein Prozent. Der Rückversicherer hat für den Teilbereich geschlossene Lebensversicherungsbestände die japanische Versicherungsgruppe MS&AD ins Boot geholt. MS&AD werde bis zu 800 Millionen Pfund investieren. Die Analysten von Vontobel und ZKB begrüssten die Transaktion als sinnvollen strategischen Schritt.

Leonteq unter Beobachtung

Den Blick richteten viele Marktteilnehmer zudem auf Leonteq. Der Titel der Derivateboutique legte bei guten Umsätzen 7,3 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr zu. Der langjährige Chef und Firmengründer Jan Schoch zieht sich aus der Geschäftsleitung zurück. Vorübergehend werde sein Stellvertreter Marco Amato die Führung übernehmen. Die Personalrochade zeige, dass Leonteq weiterhin kämpfen müsse, kommentierte Michael Kunz von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Der Umbau trage die Handschrift von Grossaktionär Rainer-Marc Frey, der im März bei Leonteq eingestiegen war, hiess es am Markt.

Bei den Standardwerten büssten die Aktien von Sika mit minus 2,1 Prozent am meisten ein. Händler sagten, die Empfehlungssenkung auf «Neutral» von «Buy» durch die UBS am Donnerstag belaste den Bauchemietitel erneut. Unter Druck standen auch die Aktien des Uhrenproduzenten Swatch und des Luxusgüterherstellers Richemont, die 1,1 und 1,6 Prozent einbüssten. Die Papiere des Personalvermittlers Adecco sanken um 0,9 Prozent. Der Elektrotechnikkonzern ABB dagegen machte anfängliche Einbussen praktisch wett.

EMS rechnet mit steigenden Preisen

Die Aktien der EMS Chemie verloren 3,4 Prozent. Der Spezialchemiehersteller hat in den ersten drei Quartalen den Umsatz wie von Analysten erwartet um 6,7 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken gesteigert. Zudem bestätigte EMS die Prognosen, warnte aber vor steigenden Rohstoffpreisen. Dies habe Marktteilnehmer zu Gewinnmitnahmen veranlasst, hiess es am Markt. Zu Gewinnmitnahmen kam es laut Händlern auch bei den Anteilscheinen der Jungfraubahn, die im laufenden Jahr rund einen Drittel zugelegt haben.

(sda/mbü)

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