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Lufthansas chinesische Frachttochter: Galgenfrist bis März

Jade Cargo: Konkurrenzdruck und Wirtschaftskrise machen der Fluglinie zu schaffen. (Bild: Keystone)
Jade Cargo braucht dringend Geld. Wie das beschafft werden soll, ist momentan noch unklar. Doch schon bis März will man offenbar eine Lösung finden.
von am

Die Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo will ihren angeschlagenen China-Ableger Jade nicht ohne Weiteres in die Pleite entlassen. «So lange wir eine Chance sehen für eine neue Aufstellung, reden wir mit unseren Partnern», sagte Lufthansa-Cargo-Chef Karl Ulrich Garnadt vor Journalisten in Südkoreas Hauptstadt Seoul. Bis Ende März solle aber eine Lösung gefunden sein.

Die Lufthansa hält ein Viertel an der Fluggesellschaft Jade Cargo, die den Betrieb ihrer aus sechs Boeing-Jumbos bestehenden Frachterflotte vorläufig eingestellt hat. Haupteigner ist mit 51 Prozent die chinesische Air-China-Tochter Shenzhen Airlines, weitere 24 Prozent liegen bei der KfW-Tochter Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft.

Jade hat mit Finanzproblemen zu kämpfen, zumal die Flieger wegen des starken Konkurrenz- und Preisdrucks in jüngster Zeit nur schwach ausgelastet waren. Strittig ist, wie das Unternehmen mit neuem Geld versorgt werden kann, und wie eine künftige Eigentümerstruktur aussehen soll.

50-Millionen-Spritze nötig?

Laut «Handelsblatt» benötigt Jade Cargo eine Kapitalspritze von mindestens 50 Millionen Euro, für die Mehrheitseigner Shenzhen seinen Anteil nicht aufbringen wolle. Die Gesellschaft war vor zwei Jahren von der Fluggesellschaft Air China übernommen worden, die dem Vernehmen nach wenig Interesse an dem Fracht-Joint-Venture hat.

Lufthansa-Konzernchef Christoph Franz hatte das Engagement bereits vor Monaten in Frage gestellt und eine Lösung des Problems angekündigt.

(laf/tno/awp)

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