Skip to main content

Brüssel will Zinsmanipulationen bestrafen

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier: «Konsequenzen für das ganze System» (Bild: Keystone)
Im Skandal um die Manipulation des Libor-Zinssatzes schaltet sich jetzt die Europäische Union ein: EU-Kommissar Michel Barnier plant Strafen und will Schlupflöcher schliessen.
von am

Nach dem Skandal um versuchte Zinsmanipulationen bei mehreren Grossbanken sollen einem Zeitungsbericht zufolge EU-weit strengere Regeln eingeführt werden. Zu den Plänen von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier gehöre unter anderem, Versuche, wichtige Marktindizes in der Europäischen Union (EU) zu beeinflussen, unter Strafe zu stellen, berichtete die «Financial Times» («FT»).

Schlupflöcher sollten geschlossen werden. Die Regeln, wie die Liborzinsrate für den Interbankenverkehr festgelegt wird, sollen auf den Prüfstand.

Die Manipulation solcher Raten sei «Betrug» und habe möglicherweise «Konsequenzen für das ganze System», zitierte die «FT» den Binnenmarktkommissar. Bei der britischen Barclays-Bank hatte es Versuche gegeben, den Liborzins, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen, zu beeinflussen.

Welche Rolle spielte die Bank of England?

Gegen mehr als ein Dutzend weitere Institute, darunter die UBS, die Credit Suisse und die Deutsche Bank, laufen Ermittlungen. Bei Barclays hatte Chef Bob Diamond gehen müssen. Die britischen Behörden haben ein Ermittlungsverfahren aufgenommen.

Heute wird der Vize-Chef der Bank of England, Paul Tucker, in London vor einem Parlamentsausschuss zur Untersuchung des Skandals erwartet. Ihm wird vorgeworfen, von der Zinsmanipulation gewusst oder sie angetrieben zu haben. Er streitet das ab.

(aho/tno/sda)