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«Libor-Gate»: Neue belastende Mails aufgetaucht

«Libor-Gate»: Die Affäre um die Zinsmanipulationen zieht immer weitere Kreise. (Bild: Keystone)
In England sind neue Mails aufgetaucht, die im Finanzskandal um die Zinsmanipulationen die britische Notenbanken weiter belasten.
von am

In der Affäre um die Manipulation von Marktzinsen durch Grossbanken sind neue E-Mails aufgetaucht, die die britische Notenbank belasten. Demnach kontaktierte deren Vize-Gouverneur Paul Tucker im Oktober 2008 mehrmals den damaligen Chef-Investmentbanker und späteren Vorstandschef von Barclays, Bob Diamond.

In einem Fall monierte Tucker offen den hohen Preis eines von Barclays begebenen Bonds, wie aus dem Schriftverkehr hervorgeht. Die Mails wurden am Montag von einem britischen Abgeordneten veröffentlicht - wenige Stunden vor dem mit Spannung erwarteten Auftritt Tuckers vor einem Parlamentsausschuss in London (17.30 Uhr MESZ).

Die Abgeordneten wollen Licht ins Dunkel des Manipulationsskandals bringen. Barclays hatte als erstes Geldhaus in den weltweiten Untersuchungen ein Fehlverhalten eingeräumt und wurde zu einer Strafzahlung von fast einer halben Milliarde Dollar verdonnert. Diamond ist inzwischen vom Chefposten zurückgetreten.

Rund um den Globus laufen in der Sache Ermittlungen gegen mehr als ein Dutzend Grossbanken, darunter auch die UBS und CS. Die Deutsche Bank sieht sich sogar mit einer Sonderprüfung der deutschen Finanzaufsicht BaFin konfrontiert, wie die Nachrichtenagentur Reuters in der vergangenen Woche erfahren hatte. Zwei Mitarbeiter hat das Geldhaus Finanzkreisen zufolge bereits suspendiert.

Den Grossbanken wird vorgeworfen, von 2005 bis 2009 den Zinssatz Libor und andere Marktzinsen mit falschen Angaben manipuliert zu haben, um ihre wahren Refinanzierungskosten zu verschleiern und Handelsgewinne einzustreichen. Der Libor wird einmal täglich in London ermittelt und zeigt an, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander Geld leihen.

(rcv/chb/sda)

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