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Fifa stimmt für neues Ethik-Reglement

Josef Blatter und Mark Pieth: Die Vorschläge des Strafrechtsprofessors wurden angenommen. (Bild: Keystone)
Die Fifa-Exekutive hat die Bildung einer neuen Ethik-Kommission beschlossen. Korruption soll beim Weltfussballverband künftig nicht verjähren.
von am

Fifa-Präsident Josef Blatter hat die Zustimmung der Fifa-Exkutive zu einem neuen Ethik-Reglement verkündet: «Und hier ist die Entscheidung: Der Ethikcode wurde angenommen», sagte Blatter an einer Pressekonferenz in Zürich. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen.

Die Vorsitzenden der beiden Kammern sind der deutsche Richter Joachim Eckert und der amerikanische Staatsanwalt Michael Garcia. Auch die Mitglieder wurden gewählt. Die Kommission soll erstmals am 9. August zusammenkommen.

Laut Blatter soll Korruption nicht wie zuerst vorgeschlagen nach 20 Jahren verjähren. Weitere Fälle von Schmiergeldzahlungen seien ihm jedoch nicht bekannt, so der Fifa-Chef.

Auf die Frage, ob er nach einer entsprechenden Aufforderung aus Deutschland darüber nachgedacht habe, zurückzutreten, sagte Blatter, dies sei eine Entscheidung des Kongresses. Über den Ehrenpräsident-Posten von Joao Havelange, einer der Schlüsselpersonen in der aktuellen Fifa-Schmiergeld-Affäre, wurde laut dem aktuellen Präsidenten nicht beraten.

Vorschläge von Pieth erarbeitet

Ende November 2011 hatte die Fifa den Basler Korruptionsbekämpfer Mark Pieth zum Vorsitzenden ihrer internen «unabhängigen Governance-Kommission» ernannt. Der Strafrechtsprofessor erarbeitete Vorschläge, über die die Fifa-Exekutive heute nun abgestimmt hat.

Die Ethikkommission der Fifa soll demnach aus zwei unabhängigen Kammern mit einem Ankläger und einem Richter bestehen. Der Ankläger soll selbständig Untersuchungen einleiten und auch Verdachtsfälle aus der Vergangenheit untersuchen.

(tno)