Skip to main content

Zins-Manipulation: UBS als Kronzeuge

Die UBS dürfte die Untersuchung mit einer Selbstanzeige angestossen haben. (Bild: Keystone)
12 Finanzinstitute stehen unter dem Verdacht, durch Kartellabsprachen Zinsen manipuliert und Anleger geschädigt zu haben. Die Untersuchungen der Wettbewerbskommission (Weko) wurden aufgrund einer Selb
von am

Es war ein Paukenschlag: Vergangenen Freitag teilte die Wettbewerbskommission (Weko) mit, dass sie gegen 12 Finanzinstitute eine Untersuchung wegen Kartellabsprachen eingeleitet hat. Darunter auch gegen die beiden Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS. Ausgelöst wurden die Untersuchungen durch eine Selbstanzeige - die Indizien sprechen mittlerweile dafür, dass es sich um die UBS gehandelt hat.

In den gestern publizierten Kommentaren zu den UBS-Zahlen gab die Grossbank bekannt, dass sie vonseiten der Behörden in der Schweiz und den USA Immunität und Strafmilderung zugesagt erhalten habe. Das berichtet die «Aargauer Zeitung». Die Informationen wurden im Quartalsbericht deshalb veröffentlich, weil die Anleger daraus ableiten können, dass auf die Bank keine hohen Bussgeldzahlungen zukommen.

UBS als Kronzeuge

«Nur die Bank, die uns als Erste auf mögliche Kartellabsprachen aufmerksam macht, geniesst die Kronzeugenregelung», wird Weko-Vizedirektor Olivier Schaller in der «Aargauer Zeitung» zitiert. Den Namen des «Whistleblowers» nennt er natürlich nicht - auch die UBS verwies lediglich auf die offiziellen Ausführungen im Quartalsbericht.

Bei der Untersuchung geht es darum, ob die Banken bei der Festsetzung des sogenannten Libor-Zinssatzes Absprachen getätigt und diesen so manipuliert haben. Der Referenzsatz für viele Finanzprodukte kommt in einer Art Auktionsverfahren zu Stande. Gegenüber «Handelszeitung Online» hatte ein Börsenexperte diesen Vorgang als «Pseudo-Auktion» bezeichnet. Das Libor-Prozedere ist immer wieder Anlass für Kritik: Seit Ausbruch der Finanzkrise wurden verschiedene Investmentbanken wegen möglicher Manipulation verklagt.

(vst/muv))