Gemäss einem Bericht der Financial Times ist Axa der Erstversicherer im Zusammenhang mit dem verheerenden Brand der Notre Dame in Paris. Die grösste französische Versicherung hat die beiden Baufirmen Europe Echafaudage und Le Bras Frères unter Vertrag, die mit den Renovierungsarbeiten an dem berühmten Bauwerk beschäftigt waren. Zudem sind einige wertvolle Kunst- und Kultgegenstände, die in der Kathedrale aufbewahrt waren, bei der Kunst-Sparte von Axa versichert, wie aus einer Erklärung der Versicherung hervorgeht. Ob und in welchem Umfang Axa tatsächlich bezahlen muss, ist derzeit völlig offen. Die Versicherung hat 10 Millionen Euro in den bereits mit über 850 Millionen Euro alimentierten Spendentopf einbezahlt. Das sich in staatlichem Besitz befindende, stark beschädigte Bauwerk weist laut Brancheninsidern mit hoher Wahrscheinlichkeit eine (in Europa weit verbreitete) hohe Unterdeckung bei der Brandversicherung auf. Damit werden die Staatskasse und ggf. ergänzend die Schatulle der Pariser Erzdiözese zum Risikoträger. Letztlich ist der Wert von ikonischen Bauwerken wie der Notre Dame unbezahlbar; Versicherungen kalkulieren indes die Policen auf Basis der realen Werte, die in der Regel nahe an den Kosten für die Wiederherstellung liegen. Es zeichnet sich ab, dass es in Frankreich demnächst eine Debatte um die Versicherbarkeit (und Versicherungspflicht) von berühmten Bauwerken geben wird. Zudem sind in der Baubranche verschachtelte Aufteilungen und Weitergaben von Aufträgen die Regel; hier werden laut Experten die Gerichte das letzte Wort haben, ob und welche Police bei welchem Sub-Kontraktor entscheidend wird. Schliesslich geben auch grosse Versicherer einen Teil ihrer Risiken an Rückversicherungen und/oder via ILS an Investoren weiter. Der in dieser Hinsicht sensible Aktienmarkt reagierte in den Tagen nach dem Brand entspannt – die Axa-Aktie stieg im Einklang mit dem Gesamtmarkt auf ein neues Jahreshoch.