Es ist soweit: Apple-Chef Tim Cook hat in San Francisco die Bühne betreten, um Apples Neuheiten vorzustellen. Mit Spannung warten die Fans des Technologiekonzerns seit Monaten auf die neue iPhoneversion, das iPhone 5. Doch zunächst widmet sich Tim Cook den Computern. «Wir hatten einen aufregenden Sommer für den Mac. Die Reaktionen auf Mountain Lion waren phantastisch», so der Apple-Chef gemäss dem Blog theverge.com. Sieben Millionen mal hätten Kunden das Betriebssystem schon heruntergeladen.

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Recht schnell geht Cook zum iPad über: Auch hier sei das Feedback unglaublich gewesen. 17 Millionen der Tablets habe man allein im letzten Quartal verkauft - ein neuer Rekord. Das seien mehr Einheiten als irgendein Computerhersteller von seinem ganzen Sortiment verkauft habe. Wenn man bedenke, dass es das Produkt erst seit zweieinhalb Jahren gibt, sei das ziemlich beeindruckend, so Cook. Bei der Nutzung zeige sich: Die iPads haben einen Marktanteil von 91 Prozent beim Tablet-Traffic. Er wisse selbst nicht, was die anderen Tablets so tun. «Sie müssen wohl in irgendeinem Regal liegen», so Cook.

Dann endlich ist es so weit: Marketing-Vizechef Phil Schiller betritt die Bühne, man habe «ziemlich aufregende Neuigkeiten über das iPhone». Es sei das schönste Produkt, das man jemals zustande gebracht habe, so Schiller. Und das dünnste Smartphone der Welt.

Das iPhone 5 besteht komplett aus Glas und Aluminium und kommt in einem neuen Format daher - neu passen mehr Apps aufs Display. Der 4-Zoll-Bildschirm hat eine Auflösung von 640 x 1136. Alle Apps aus dem eigenen Haus habe man für die neue Auflösung optimiert. Damit es nicht pixelig wird, haben alle nicht angepassten Apps einen schwarzen Rahmen.

A6-Prozessor

Der A6-Prozessor des neuen iPhones ist deutlich kleiner als der Vorgänger und dabei doppelt so schnell. Anhand von Spielen demonstriert Rob Murray von den EA-Studios die Leistungsfähigkeit. Bei den Bloggern ist man nur mässig begeistert. Die Demo sei «nicht überwältigend», schreibt «The Verge». Die Akkuleistung soll besser sein als die des iPhone 4S. Acht Stunden soll man sprechen oder surfen können. Die Kamera hat acht Megapixel und einen neuen Bildprozessor - zahlreiche neue Funktionen soll sie bieten, schärfere Aufnahmen mit weniger Rauschen.

Am «beeindruckendsten» laut Schiller sei die Panorama-Funktion. Verschiedene Bilder aneinandergereiht ergeben einen breiten Horizont. Hiervon sind die Apple-Experten von «The Verge» nun begeistert: «Ziemlich beeindruckend», attestieren sie einem Foto der Golden Gate Bridge. Auch die Frontkamera hat Apple verbessert. Mit 720p ist die Qualität besser als bei den Vorgängern.

Als nächstes widmet sich Schiller dem Audio-Bereich: Vorne, unten und hinten gibt es Mikrofone. Das iPhone 5 bietet Breitband-Audio. Doch «wahrscheinlich eines der wichtigsten Dinge» sei wohl die Software auf dem iPhone 5. iOS 6 sei optimal für das neue Smartphone. iOS-Entwickler Scott Forstall betritt die Bühne - und beginnt mit der Maps-Funktion. Mit einer neuen Suchfunktion lassen sich rund 100 Millionen Orte finden. Maps arbeitet mit aktuellen Satellitenbildern, 3D und ist vektorbasiert, was einen geringeren Datenverbrauch erwarten lässt.

Auch die sprachgesteuerte Assistentin Siri hat einiges dazugelernt. Sie kann Apps öffnen, etwas bei Facebook posten und kennst sich mit Sport aus - alles erwartbare Veränderungen, findet man offenbar in den verschiedenen Tech-Blogs.

Ab dem 28. September in der Schweiz

Wie auch die Vorgänger ist auch das neue iPhone in schwarz und weiss erhältlich. Es sei die drastischste Veränderung, die man seinem Smartphone bisher verpasst habe, so Designer Scott Forstall. «Ich glaube nicht, dass der Grad an Erfindungsreichtum von irgendetwas übertroffen werden kann, was wir jemals machten», so Forstall in einem Video. Das mag zum Teil sicherlich auch subjektiv sein. «Das Macbook-Retina-Team schluchzt still vor sich hin», kommentieren denn auch die Blogger von «The Verge».

Schliesslich taucht Schiller wieder auf der Bühne auf: Mit Details zu Preisen und Lieferung. Ab dem 14. September kann man die neuen iPhones vorbestellen, am 21. werden die ersten verschickt - allerdings nur in die USA, Kanada, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, Australien, Japan, Hong Kong und Singapur. Mehr Länder sind am 28. an der Reihe - auch die Schweiz.

Nach dem iPhone 5, auf das wohl die meisten Apple Fans gewartet haben, will Tim Cook über Musik reden. Mit iOS 6 soll es auch ein neues iTunes geben. Auch für Computer-Nutzer hat Apple das Musikprogramm erneuert. Mit einer reduzierten Oberfläche soll es eine einfachere Bedienung ermöglichen. Das unterschreiben auch die Blogger: «Nicht mehr so viel wechselhaftes», das sei eine willkommene Änderung.

Neue Kopfhörer

Neue iPods stellt Apple auch vor. Auch diese seien dünner und schöner als je zuvor. Der iPod Nano hat ebenfalls einen grösseren Bildschirm und, wie das iPhone, einen Homebutton. Ausserdem gibt es wieder eine Videofunktion. Da viele Nutzer es so gewünscht hätten, habe man nun auch eine Bluetooth-Funktion integriert. Ein kleiner Faux Pas scheint Apple aber doch zu unterlaufen - der neue Nano erinnert vom Aussehen ziemlich stark an Nokias Smartphone Lumia - finden zumindest viele Technikfans, die den Event live verfolgen.

Der iPod Touch kommt mit einem 4-Zoll-Retina-Display. Der Prozessor soll laut Apple sieben mal schneller sein als der Vorgänger. Die Kamera bietet 1080p, die Frontkamera 720. Auch Siri gibt es auf dem neuen Gerät, es kommt in fünf Farben.

Eine weitere Neuerung, über die es schon viele Gerüchte gab: Kopfhörer. Drei Jahre habe man daran gesessen, heisst es. «EarPods» nennt Apple sie. Man habe versucht, Kopfhörer zu gestalten, die jedem passen - doch das sei wie bei Schuhen so gut wie unmöglich. Mit In-Ear-Kopfhörern will Apple das Problem nun lösen. Ab heute kann man die neuen Kopfhörer als Accessoire erwerben. Die neuen iPods gibt es ab Oktober.

Mit einem Auftritt der Rockband «Foo Fighters» schliesst Apple seinen Event ab.

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