Ende der 1990er-Jahre verschwand Arosa vom Trendradar. Heute zelebriert der heimelige, am Talende auf 1800 Meter Höhe gelegene und entsprechend schneesichere Bündner Skiort das authentisch märchenhafte Wintererlebnis von anno dazumal und ist damit wieder am Puls der Zeit. Arosa – aufstrebend vom dritten auf den zweiten Platz in der Kategorie «Die Familiären» im Alpen-Ranking 2015 der «Handelszeitung» – bietet im Verhältnis zur Grösse überraschend viel. Das Skigebiet beginnt und endet mitten im Dorf.

Zu den zahlreichen Mehrwerten für die Hauptzielgruppe Familien gehören die kostenlos offerierten Ski- und Snow- boardkurse für junge Gäste unter 18 Jahren. Selbst das Tschuggen Grand Hotel mit fünf Sternen sowie dem einzigartigen Spa unter Mario Bottas Lichtsegeln und der hauseigenen Bergbahn direkt ins Schneesportgebiet vermittelt eine wohlig-warme Winterferienstimmung.

Glamour trifft auf archaische Natur

Unter den Allroundern macht Engadin St. Moritz erneut das Rennen. Vom letztjährigen Jubiläum «150 Jahre Wintertourismus» nachhaltig beflügelt, erreichen die Engadiner in fast allen Disziplinen – ausser bei Kindern/Familien und Charme des Orts – die Maximalpunktzahl oder kommen ihr sehr nah. Das Oberengadin ist ein Lebensstil, der sich stetig verändert, aber im Kern immer derselbe bleibt. Der Reiz liegt im Kontrastreichtum auf kleinem Raum: Überfluss trifft auf atemberaubend schöne Alpenlandschaft, Glamour auf archaische Natur. Diese lebendige Vielfalt spiegelt sich auch in den vier grundverschiedenen, nicht zusammenhängenden Skibergen, im breiten Angebot für Sportbegeisterte und weniger Aktive sowie in der flirrend kosmopolitischen Kundschaft.

In Grandhotels wie dem Suvretta House oder dem Kulm ist eine neue Leichtigkeit des Seins zu spüren. Die nötige Inno- vation kommt nicht durch Paukenschläge, sondern durch sub- tile Auffrischung. Erschwingliche Drei- und Viersternehäuser wie die im Dezember eröffnende Bever Lodge und das soeben vom Hotel Laudinella übernommene Reine Victoria sind gute Zeichen, dass die Region keine Showbühne mehr allein für die Reichen sein will. In St.Moritz werden endlich Projekte diskutiert, die vor lauter antikem Exklusivitätsdenken lange ein Tabu waren. Zum Beispiel, dass man das merkwürdig gesichtslose, von Nobelboutiquen dominierte Ortszentrum mit schmucken Cafés, Restaurants und Bars beleben könnte.

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Weltweite Allgemeingültigkeit

Die meisten Punkt kassiert Zermatt und sticht damit alle anderen Winterorte aus. In der Kategorie «Die Sportlichen» belegen die Walliser denn auch den ersten Platz. Zermatt, das ist das Angenehme, muss nicht mehr gross erklärt werden. Es ist ein Ort, der weltweit Allgemeingültigkeit besitzt. Ein Ort, der über Grenzen und Nationalitäten hinweg funktioniert und mit dem es derzeit kein anderer in den Ber­gen aufnehmen kann, ohne an sich selbst irrezuwerden.

Hier findet man sämtliche Superlative im Bereich Ski und Alpinis­mus, überdies wird das Lift­ und Pistenangebot ständig verbessert – jüngst mit der brandneuen 6er­-Sesselbahn Hirli als verlängerter Ersatz des Hörnli-­Lifts, die nun das Gebiet zwischen Furi und Schwarzsee massiv aufwertet. Im Dorf begeistert zum einen die grosse Bandbreite an Hotels und Restaurants für jeden Anspruch, zum andern der unvergleich­ liche Mix aus alpiner Authentizität und Gästen aus aller Welt.

Die Gewinner

Und die anderen? Die «Handelszeitung» analysierte 30 Destinationen der höchsten europäischen Gebirgskette und kürte die besten – in den drei Kategorien «Die Vielfältigen», «Die Sportlichen» und «Die Familiären». Sehen Sie die besten in den drei Kategorien in der oben stehenden Bildergalerie.

Die vollständigen Ranglisten und viele Informationen zu den Winterskiorten lesen Sie in der neuen «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk oder mit Abo bequem jede Woche im Briefkasten.