Die hungrigen Hirsche wären zu ­beneiden, läge man nicht entspannt auf einer breiten Holzpritsche, betört vom Duft des Zirbenholzes. In aller Seelenruhe essen sie im Rudel vor dem Panoramafenster der mit Geweihen – sogenannten Stangen – dekorierten Sauna-Landschaft des Hotels Bergkristall. Rundherum fasziniert den Flachländer eine intakte Bergwelt mit Weiden und Schneeflecken. Der Blick des Betrachters öffnet sich weit über das Tal bis hin zum Alpenpanorama des Dreiländerecks Schweiz, Österreich und Deutschland.

Gefüttert und gestreichelt werden die prächtigen Hirsche von Gründer Hans Lingg. Der wiederum kommt in den Genuss der Kuchenauswahl seiner Gattin Hedi. Die Gäste auch, denn die Oma backt die verführerischen Torten und Strudel täglich frisch. Erstaunt über ihr erfolgreiches Lebenswerk, blicken die 80-jährigen Senioren auf schwielige Hände und harte Jahrzehnte zurück. Bis 1966 bewirtschafteten sie das Stammgebäude des «Bergkristall» als Bauernhof.

Hans Linggs Liedkunst – er ist ein begnadeter Sänger und Harmonikaspieler – zog früher Mitmusiker und Publikum ­magnetisch an. Immer öfter verlangten sie etwas Feines zu essen und ein Bett. Dies war der Start zum Vierstern-Superior-Hotel, dem einzigen Wellnessbetrieb in Oberstaufen im Allgäu. Noch heute besticht das «Bergkristall» durch seine familiäre Atmosphäre, kombiniert mit charmanter Serviceleistung. Und die dritte Generation macht sich schon bereit.

4400 Einwohner generieren mit rund 8000 Gästebetten erstaunliche 1,4 Millionen Übernachtungen im Jahr. Das liegt zum einen an der schönen Lage und zum andern an der ­Tradition der Packerinnen. Oberstaufen blickt auf eine lange Erfahrung mit der entschlackenden Ernährung eines Herrn Schroth zurück. Diese Kur, bei der man auf eine radikale Diät gesetzt und Nacht für Nacht in eiskalte Leintücher gewickelt wird, um schwitzend Gewicht zu verlieren, gehört zum Grundangebot mehrerer Oberstaufener Hotels. Der Gast kann die Schrothkur indessen problemlos ignorieren, sich dem Schlemmen hingeben oder von der naturbelassenen Vitalküche nach Michel Montignac profitieren, wie sie die Küchenbrigade des «Bergkristall» ebenfalls dreimal täglich offeriert.

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Sportlich unterwegs mit Sepp

Zu den kulinarischen Köstlichkeiten gesellt sich der Wellnessteil. Im 1500 Quadratmeter grossen «Kristallspa» huschen zehn Therapeutinnen herum. In zehn Kabinen verwöhnen sie den Gast mit sinnvollen Therapien und sinnlichen Produkten: Von meditativen Yoga-Übungen über ayurvedische Fuss- und Aromamassagen bis zum schicken Abend-Make-up bieten sie alles Erdenkliche. Zum Abschluss der Behandlungen im beheizten Aussenpool unterhalb der Sonnenterrasse eine Runde schwimmen. Das ist Erholung pur. In Spezialwochen mit Schwerpunktthemen lässt sich der Effekt vertiefen.

Wer es aktiv mag, liefert sich Sepp aus. Der gut 50-jährige professionelle Fitnesscoach und Wanderführer mit dem stimmigen Nachnamen Herz lockt noch das letzte Faultier hinter dem Saunaofen hervor. Sei es mit Frühturnen, Aquafit, Power-Walking, Langlaufen, Schneeschuhtouren. Wer auf Sepp hört, lernt auf schönen Teilstücken der 80 Kilometer Wanderwege Muskeln kennen, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt. Das Resultat der freiwilligen Tortur sind am Ende des Aufenthalts ein breites Lachen und ein kräftigerer Körper.

Sich auszupowern passt in diese ländliche Landschaft und zu den aktuellen Gastgebern. Sabine und Hans-Jörg Lingg sind selber Frohnaturen und Sportgestalten. Doch sie verstehen es, sich auf jeden Gast einzulassen, der sich für ihre Geschichte interessiert. So kommen Freundschaften zustande zwischen Hotelierpaar und Gast, die oft über Jahre andauern.

Stammgäste freuen sich nicht nur über die Investitionen in die angenehme Infrastruktur, nein: Sie profitieren darüber ­hinaus von Treuerabatten und -geschenken, die ihren Aufenthalt zu den im Vergleich mit der Schweiz günstigen Hotel­tarifen zusätzlich versüssen. Gipfelstürmer wie Faulpelze, Alleinreisende wie Familien und Paare wissen solche Gesten zu schätzen. Umso mehr, als die Aufmerksamkeiten meist vor dem knisternden Kamin feierlich überreicht werden.

Insider-Tipp: Ein Mystery-Check attestiert Lieblingshotelpotenzial

Premium exzellent
Entdecken, Entschleunigen, Entgiften, Entschlacken und Energie tanken: In diesem bayerischen Kleinod mit 48 Zimmern ist alles möglich. Was inzwischen bewiesen ist: «Wir sind stolz, dass unser ‹Bergkristall› 2014 die höchste Auszeichnung des Deutschen Wellnessverbands erhalten hat: Premium exzellent», sagt Gastgeberin Sabine Lingg. Bewertet haben die heimlich anwesenden Prüfer Aspekte wie ökologisches Bewusstsein und Qualitätsstandards. Ein kleiner Auszug aus dem Mystery-Check: «Das ‹Bergkristall Natur & Spa› hat Lieblingshotelpotenzial. Es ist modern und schick, und hat trotzdem Seele. Es bietet eine Fülle an Gesundheits- und Wellnessofferten, ohne jemals den Zeigefinger zu heben, der da sagt: Du musst ...»