Sammler und Kuratoren aus aller Welt reisen im Herbst zur tradi­tionellen «Asian Art» nach London. Vom 1. bis 10. November dreht sich dort mit zahlreichen Auktionen, Ausstellungen, Symposien und Konferenzen alles um asiatische Kunst. Über 50 Händler, sechs Auktionshäuser sowie zahlreiche Museen nehmen teil, darunter viele von Weltrang. Wer sich für asiatische Kunst interessiert, kann jedoch zuvor schon in Zürich ­fündig werden, wo Koller am 30. und 31. Oktober seine Auktionen für asiatische Kunst abhält. Zu den Höhepunkten zählt eine wertvolle tibetische Schutzgöttin aus dem 14./15. Jahrhundert. Für sie wird aufgrund des hohen Seltenheitswerts ein Zuschlag zwischen 120 000 und 180 000 Franken erwartet.

Die Figur mit vier Köpfen, acht Armen und dem dritten Auge stammt aus einer langjährigen Schweizer Privatsammlung und befindet sich in erstklassigem Zustand. Sie geht auf die nepalesische Schule in Tibet zurück und verfügt über eine feine Vergoldung, reiche Steinein­lagen und viele Details – wie etwa die ­Attribute in den Händen. Mit 32 Zentimetern hat sie zudem eine ansprechende Grösse. Aus derselben Sammlung bietet Koller weitere herausragende Figuren an wie die 41 Zentimeter hohe, feuerver­goldete Kupferfigur des stehenden Padmapani aus dem 13. Jahrhundert mit ­einer Schätzung von 60 000 bis 80 000 Franken.

Archaische Metallarbeiten sind wieder vermehrt gefragt. So dürften sich Sammler früher chinesischer Bronzen für einen Behälter vom Typ «Dou» (Schätzung 8000 bis 12000 Franken) der späten westlichen Zhou-Dynastie sowie für ein Bronzegefäss vom Typ «Fang Ding» der frühen westlichen Zhou-Dynastie (40 000 bis 60 000 Franken) interessieren. Von auffallender Eleganz ist eine Korallengruppe mit Dame und Kind aus dem jüngeren China von zirka 1950 (12 000 bis 18 000 Franken). Südostasien ist mit einer Auswahl von Skulpturen vertreten, darunter ein mehr als halber Meter hoher Buddhakopf aus Alabaster aus der burmesischen Ava-Periode (20 000 bis 30 000 Franken) sowie eine 65cm grosse indische Steinstele des Vishnu aus der Pala-Epoche (12 000 bis 18 000 Franken).

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Ebenfalls pünktlich zum Start der ­Asian Art hat auch das Auktionshaus ­Nagel in Stuttgart seine 689. Auktion mit Asiatica angesetzt. Kommt am 31. Oktober Kunst aus Japan und Südostasien ­unter den Hammer, so ist der 2., 3. und 5. November China gewidmet. Fast 3000 Nummern werden an diesen vier Tagen aufgerufen. Zu den herausragenden Losen gehören Objekte aus dem Besitz des Hamburger Designers Peter Schmidt (geb. 1937). Ein Teil seiner Sammlung stiftete er dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, ein anderer kommt nun bei Nagel zur Versteigerung.

Unter den rund 150 Objekten befinden sich chinesische Porzellane, Buddha-Figuren und Malereien sowie japanische Stellschirme. Besonders eindrücklich sind eine 62 Zentimeter grosse, feuervergoldete Bronze des Buddha Shakyamuni der chinesischen Ming-Dyastie (Schätzpreis 60 000 Euro) sowie die ­seltene tibetische Bronze ebenfalls eines Buddha Shakyamuni mit Silbereinlagen und Vergoldung aus dem 14./15. Jahrhundert (40 000 Euro).

Zu den herausragenden Einzeleinlieferungen gehört eine feine Balustervase vom Typ «fencai». Das 51,5 Zentimeter hohe Objekt mit einem Schätzpreis von 80 000 Euro wurde zwischen 1901 und 1905 in China hergestellt und stammt aus der Sammlung Konrad Adenauer.

 

Koller Zürich: 30./31 .Oktober 2012; Nagel ­Stuttgart: 31. Oktober 2012 (Japan, Südostasien), 2./3. und 5. November 2012 (China).