Der Anlass begann mit einer viertelstündigen Verspätung. Nein, der Jet von
Gastredner Samih Sawiris war längst vor dem Hagelsturm in Zürich gelandet. Doch musste sich der Investor aus Kairo wegen Halsbeschwerden kurz von einem Arzt behandeln lassen. Es half. Auf dem Podium redete sich Sawiris ins
Feuer und erklärte dem (männlichen) Publikum aus Juristerei, Bankenwelt und Immobilienbranche, wie man selbst ein Unternehmen mit 20 000 Mitarbeitern führen kann. Schlechtes Personal? Kein Problem, man muss es einfach so positionieren, dass man es unter Kontrolle hat. Permanente Kritik aus dem eigenen Clan? Der Normalzustand im Hause Sawiris. Und ein toller Ansporn, es als Unternehmer noch besser zu machen. Das ist auch eine der Motivationen für das Resort-Projekt in Andermatt, das – trotz aller Skepsis in der Familie und in der Schweiz – von Sawiris vorangetrieben werde. Der Gastgeber Peter Bratschi, Senior Partner bei der auf Wirtschaftsrecht spezialisierten Kanzlei Bratschi, Wiederkehr & Buob, war angetan vom Skepsisüberwinder aus dem Nahen Osten. Dieser war übrigens mit einem seiner fünf Kinder angereist war, der charmanten Tochter Taja (die sich partout nicht ablichten lassen wollte). Sie steht an der Hotelfachschule
in Lausanne kurz vor dem Abschluss, spricht neben Arabisch auch fliessend
Deutsch, Englisch und Französisch.

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Eine kleine Umfrage unter den Gästen zeigte ein gemischtes Urteil über Samih Sawiris. Ein begnadeter Verkäufer, charmant, visionär. Sein Hotelprojekt in Andermatt dagegen gilt weiterhin als Risiko-Unterfangen.

Der Blick durchs Fenster nach draussen – Sturm, Hagel – liess nicht gerade von Golfferien in der schroffen Urner Bergwelt träumen. Sawiris konterte: Wenn er jeweils im Urnerland weile, lache stets die Sonne. Das durchzogene Image habe ohnehin einen ganz anderen Hintergrund: All die zehntaustend Männer, die dort oben Militärdienst absolvierten, würden ihren Aufenthalt mit allerlei Abenteuergeschichten anreichern, um ihre Müh fürs Vaterland noch respekterheischender erstrahlen zu lassen.