Als Fussballer hat Xabi Alonso fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Mit Spanien wurde er Welt- und Europameister, mit Liverpool und Real Madrid siegte er in der Champions League. Hinzu kommen diverse nationale Titel mit seinen Vereinsmannschaften. Was bislang nicht bekannt war: Der 33-Jährige scheint offenbar auch in Finanzfragen ein Vollprofi zu sein.

Selten hat ein Sportler so informiert über Wirtschaft und Geld gesprochen wie Alonso nun im Video-Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Als Fussballer verdiene man im Laufe seiner Karriere eine Menge und müsse kluge genug sein, dieses Geld auch gut anzulegen, so der Fussballer, der seit 2014 bei Bayern München unter Vertrag steht. Dort verdient er geschätzt acht Millionen Euro pro Jahr.

Dank «diversifiziertem Portfolio» vor Krisen gewahrt

Alonso selbst verfolgt ein «diversifiziertes Portfolio», mit Immobilien etwa. Damit versuche er, nicht von plötzlichen Krisen wie jetzt in China oder der letzten Finanzkrise kalt erwischt zu werden. Da seine Karriere sich nun langsam dem Ende neige, beschäftige er sich noch mehr mit dem Thema Finanzen, sagt er. «Ich versuche, einen Businessplan zu verfolgen.» Entsprechend sei er über die Auf und Abs an den globalen Märkte informiert.

Alonsos Interesse endet indes nicht bei seinen privaten Finanzen. Auch die wirtschaftliche Entwicklung in seiner Heimat verfolgt Alonso laut Interview aufmerksam: Die Finanzkrise und die harten Massnahmen seien für seine Leute einschneidend gewesen. Doch nun wachse Spaniens Wirtschaft um rund 3 Prozent oder mehr.

Optimistische Sicht auf Spaniens Wirtschaft

«Die Makrozahlen für Spanien sehen wirklich gut aus», so Alonso. Hoch hingegen sei noch immer die Arbeitslosigkeit. Die wirtschaftliche Erholung komme noch nicht an bei den Menschen, langfristig dürfte die Zahl der Arbeitslosen aber sinken. Ohnehin sei er nicht nur für Spanien optimistisch, sondern für Europa insgesamt.

Anzeige

Tatsächlich gehört Spanien in Europa derzeit zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. In den ersten beiden Quartalen legte das Bruttoinlandsprodukt um 0,9 und schliesslich 1 Prozent zu. Kein anderes Land in der Euro-Zone dürfte in diesem Jahr wirtschaftlich stärker wachsen. Die nach der Finanzkrise  drastisch gestiegene Arbeitslosigkeit ist jedoch noch immer hoch: Zuletzt waren nach offiziellen Zahlen noch immer 22,2 Prozent der Menschen ohne Job.