Der Sommer wird heiss… Für working women heisst das mehr als steigende Temperaturen. Wenn die Röcke kürzer und die Haltung locker werden, schwappt das freie Lebensgefühl gern auch auf den Geschäftsalltag über. Wie weit darf Frau im Business gehen? Ein bisschen mehr Haut hier, ein kleiner Ausschnitt da ist sicher hübsch. Doch wie reagieren die männlichen Kollegen auf die offen gelegten Reize?

Dies zu beobachten ist ein guter Gradmesser für das, was geht und was nicht. Erntet man ein anerkennendes Lächeln für die unbestrumpften Waden im Bleistiftrock, ist alles im grünen Bereich. Wird man plötzlich zum Dinner im Sterne-Restaurant eingeladen, bedeutet das im Strassen-Jargon soviel, wie wenn einem die Cabriofahrer hinterherpfeifen. Soll sagen: Das Outfit gehört auf eine Sommerparty aber nicht ins Büro.

Laut Knigge gibt die beste Orientierung für ein passendes Outfit die Art der Branche und der Stil des Unternehmens. Je kreativer die Branche bzw. Abteilung, desto weiter darf man sich vom klassischen Dresscode (Hosenanzug, Deux Pièces) entfernen. Und: Je höher in der Betriebshierarchie, desto strenger der Dresscode.  Grundsätzlich gilt für konservative Berufe: Kein Rock endet kürzer als eine Handbreite über dem Knie, körpernah statt hauteng, dezenter Ausschnitt statt XL-Dekoltee, keine Sandalen oder Flipflops. Und: Glänzende Strumpfhosen sind tabu.

Die Mode gibt uns arbeitenden Frauen momentan viel Spielzeug in die Hand. Businesshemden à la «Wallstreet» – aus leichter Seide oder Baumwolle, gern mit Nadelstreif oder weiss abgesetzten  Kragen und Manschetten– stehen bei «ihr» hoch im Kurs. Diese kombiniert sie etwa mit Culottes. Die knielangen Hosen umspielen das Bein. Die Mischung der sanften Weiblichkeit mit männlichen Attributen ist genauso sexy wie unerwartet steigende Aktien.

Mein Sommer-Business-Look: Ich gebe zu, meine Röcke sind grundsätzlich ein bisschen kürzer als Knigge vorschreibt, die Schuhe höher als die Norm und mein Stil eher leger als konservativ. Aber solange stilvoll und nicht zu sexy, ist meiner Meinung nach auch mehr Wagnis in der Business-Mode erlaubt.

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*Nel-Olivia Waga (27) hat in ihrer Laufbahn bereits einige Stationen absolviert: Sie hat gemodelt, ist studierte Diplom-Betriebswirtin und arbeitet als Marketing & Event Managerin bei einer internationalen Privatbank. Ihr Talent ist es, Job und Lifestyle zu vereinen. Das beweist sie auch auf ihrem Blog Her Etiquette. Auf bilanz.ch äussert sie ihre persönliche Meinung.