Herr Guadalupe, wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als Schüler habe ich in den Herbstferien jeweils bei der Traubenernte mitgearbeitet, täglich von 8 bis 18 Uhr, und etwa 200 Franken pro Woche verdient.

Wie haben Sie es ausgegeben?
Fürs Skifahren, damals ein grosser Luxus, ich stamme aus sehr einfachen Verhältnissen.

Wofür geben Sie heute Ihr Geld aus?
Gern für Dinge, die mir Freude machen, wie Wein, Reisen, moderne Kunst...

… und ungern?
Steuern. Wer bezahlt die schon gern? Andererseits bekommt man in der Schweiz ja auch einiges zurück dafür, was höchst wertvoll ist, wie Bildung und Sicherheit.

Was lernte Ihr 20-jähriger Sohn von Ihnen in Bezug auf Geld?
Meine Eltern konnten mir nichts geben, weil sie nichts hatten. Ich gebe ihm, weil ich habe, versuche aber auch, ihm den Wert von Geld zu vermitteln. Er machte zum Beispiel eine Weltreise, die ich unter der Bedingung finanzierte, dass er einfach reist. So hat er die Realität der Mehrheit der Menschen kennengelernt. Das hat ihm die Augen geöffnet.

Bezahlen Sie lieber cash oder mit Karte?
Mit Karte. Insbesondere auf Reisen haben ich aber auch immer Geld in der Tasche, denn es kann ja passieren, dass man überfallen und ausgeraubt wird. Hat man kein Geld dabei, wird es sehr schnell sehr kritisch. Auch das hat mein Sohn von mir gelernt.

Sie sagen immer wieder, Social Media seien wichtig für Hublot. Für Sie persönlich?
Auch wichtig, ich will ja nicht den Anschluss verlieren.

Was machen Sie konkret?
Ich nutze Instagram und versuche, mit einem persönlichen Storytelling die Leute zum Träumen zu bringen. Ich habe 124 000 Followers – freilich vor allem, weil ich Hublot-Chef bin.

Sie kooperieren mit Ferrari. Auch eine Traumfabrik. Wie ist das zustande gekommen?
Die Grundidee stammt von Ferrari. Wir haben an Details wie Proportionen und Form der Schrauben gearbeitet. Danach haben wir uns die Prototypen gemeinsam angesehen und so lange am Design gearbeitet, bis beide Seiten zufrieden waren.

Dieser Interview erschien in der November-Ausgabe 11/2019 der BILANZ.