Bei der Kooperation der beiden Künstler sind Blumen der gemeinsame künstlerische Nenner. Adrian Schiess ­arbeitet seit langem wie ein Gärtner, der seine Beete bestellt und begiesst und es dann darauf ankommen lässt, was sich ­ergibt. Einmal hat er einen Blumenteppich angesät und diese Arbeit «Malerei» genannt. Die Fotos und Videos von Annelies Štrba sind stets eine Wiedergabe von Dingen aus ihrer Nähe. Immer wieder Menschen, die sie begleiten, daneben Häuser und seit den 1990er-Jahren auch Blüten und Landschaften. Ein Schleier von Melancholie liegt über ihren Fotografien, die sie nachträglich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bearbeitet.

Bei der ­Zusammenarbeit der beiden gibt Annelies Štrba durch die ­Vorgabe ihrer Bilder den Ton an, Adrian Schiess reagiert mit malerischer Intervention. Sein Beitrag ist die Fortführung, Steigerung, Verkehrung und Ausformulierung von Szenarien eines künstlichen Paradieses, das zwischen ­giftigen Veränderungen und zauberhaften ­Visionen schwankt. Die Gewächse nehmen einen imaginären Raum hinter der glatten Oberfläche der fotografischen Vergrösserung ein. Obenauf liegen die Lasuren, Pinselstriche und Farbkleckse von ­Adrian Schiess und stellen eine Verbindung zu Štrbas Traumwelt her. So kommt es zu einer Verbindung zwischen der realen Räumlichkeit der Malerei und der imaginären der Fotografie, die in eine artifizielle Überspannung der Natur mündet. (ba)

Galerie Anton Meier, 2 rue de l’Athenée, Genf; bis 21. April 2012