Arbeiterstrandbad Tennwil. Das letzte der Schweiz, errichtet 1935 mit dem Ziel, den Arbeitern zwischen all den neu entstehenden Villen den Zugang zum Hallwilersee zu sichern, also jenem See, der heuer mit seinem «Kaiman» mithalf, das mediale Sommerloch zu füllen. Die Festbänke sind aufgestellt, ebenso die roten und weissen Zelte der Sozialdemokraten und Gewerkschaften, der Grill ist angeworfen, die Hüpfburg von den Jüngsten in Beschlag genommen. Die Älteren treffen nach und nach zum «Fest der Solidarität» ein, rund 350 werden es letztlich sein. Heimspiel für den Wahlkämpfer und SP-Nationalrat Cédric Wermuth. Und die perfekte Kulisse, um noch mehr anzusprechen: 500 verfolgen an diesem Samstagabend im August seine rund zehnminütige Facebook-Liveschaltung aus dem Strandband an ihren Bildschirmen.

Wir-Gefühl auf allen Kanälen – analog und digital. Darum geht es letztlich im Wahlkampf 2019. Fans, Komitee- und Teammitglieder, Wahlbotschafter und freiwillige Helfer sollen sich als Teil einer Bewegung fühlen. Wie Emmanuel Macrons «Marcheurs», auch wenn diese in jüngster Zeit etwas von ihrem Elan eingebüsst haben. «Heute gewinnt, wer die Crowd mobilisieren kann», sagt Daniel Graf, Gründer der digitalen Unterschriftensammel-Plattform Wecollect und Netzaktivist.