Josef Ackermann (68), der einstige Strahlemann der europäischen Bankenwelt, muss derzeit arg untendurch. So wird seine berufliche Vergangenheit in den Medien gleich in mehrfacher Hinsicht als Trauerspiel dargestellt: ­aktuell durch eine Dokumentationssendung des Fernsehsenders ARD, die den Selbstmord von «Zürich»-­Finanzchef Pierre Wauthier von 2013 zum Thema hat. Ackermann, damals Verwaltungsratspräsident dort, wird im Abschiedsbrief als «der schlechteste Vorsitzende, den ich je getroffen habe» bezeichnet.

Nur zwei Wochen zuvor hatte das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» eine Titelgeschichte zu den Zeiten bei seinem vorherigen Arbeitgeber, der Deutschen Bank, publiziert. Über dem Titel «Gier» die Zeile: «Zu viele Nullen». In der Mitte des Bildes prangt Ackermann.

Kurs um 35 Prozent gesunken

Doch da­mit nicht genug: Auch bei seinem heutigen Arbeitgeber, der Bank of Cyprus, wo er seit 2014 als Chairman wirkt, gibt es wenig Anlass zur Freude. Der Markt beurteilt die Sanierungsleistung des neuen Prä­sidenten skeptisch: Der Kurs der Bank ist seit dessen Amtsantritt am 20. November 2014 um 35 Prozent gesunken. Bitter nicht zuletzt darum, weil damit das Ganze für Ackermann auch finanziell nicht aufgehen dürfte. Denn für seine Funktion als Chairman erhält er nur einen bescheidenen Lohn – 150'000 Euro waren es für 2015 laut Geschäftsbericht.

Viel gewichtiger sind in dieser Hinsicht die Zusicherungen, die er laut Quellen aus seinem Umfeld zum Amtsantritt mit Grossaktionär Renova ausgehandelt hat und die ihn von einem steigenden Aktienkurs überdurchschnittlich stark hätten profitieren lassen.

Ackermann amtet als Board Member von Renova Management, welche die Besitztümer des russischen Oligarchen Viktor Vekselberg verwaltet. Bei jenen in der Schweiz liefs in den letzten Wochen ebenfalls nicht überall rund: Während Schmolz + Bickenbach stabil blieb, gehörten Sulzer und OC Oerlikon zu den klaren Verlierern an der Börse.