Die ­gezeigten Schwarzweiss-Handabzüge ­bilden einen repräsentativen Querschnitt seines umfangreichen Werkes. Wessel zählt zu den Vertretern der New Topo­graphics, die sich mit dem dialektischen Verhältnis von Natur und Zivilisation ­beschäftigen. Seit Mitte der 1960er-Jahre hat Wessel ein vielschichtiges Œuvre ­geschaffen, das von seinem Interesse am amerikanischen Lebensraum geprägt ist. In seiner ganz eigenen, auf Struktur und klare Komposition bedachten Bildsprache finden aber auch Humor und Ironie Platz. In «California and the West» hat Wessel seine zentralen Ideen und Motive seit den 1960er-Jahren zusammengefasst – die wüstenähnliche Landschaft des amerikanischen Westens, die Architektur der Wohngebiete, Gärten und Strandpromenaden. Das spezifische kalifornische Licht spielt dabei eine wesentliche komposi­torische Rolle.

In der Serie «Waikiki» mit Aufnahmen von Honolulus berühmter Beach hält Wessel die Freizeitgestaltung der 1970er- und 1980er-Jahre fest: Surfen, Sand und Vergnügungskultur. In den­ ­vermeintlichen Urlaubsschnappschüssen lotet Wessel aber auch Grenzen aus. Waikiki war schon damals ein beliebtes Touristenziel, was das Landschaftsbild zusehends veränderte. Jenseits des Freizeitspasses wird deutlich, wie die Kultur auf die Natur übergreift. Teils offensichtlich, teils sehr subtil setzt er die Elemente dieses Widerspruches ins Bild. (ba)

Galerie Focus 21, Beethovenstrasse 20, Zürich; bis 3. Mai 2013.